Electronic Arts – .Der Pate II

Das Mafia Epos geht in die zweite Runde. Mit dem ersten Teil hat Electronic Arts einen regelrechten Kassenschlager auf den Markt gebracht. Ob der zweite Teil das toppen kann bzw. den hohen Ansprüchen gerecht wird? Mal sehen,…

Das Spiel zum Film?
 

Wer sich beim Pate 2 auf ein Spiel zum Film gefreut hat wird leider nicht wirklich zufrieden gestellt. Zwar bedient sich das Spiel hier und da an der Geschichte des Filmes, jedoch so belanglos, dass die Geschichte des Spiels wie ein mittelmäßiger Groschenroman ist. Electronic Arts verschenkt hier schon viel Potential. Ist doch das Szenario eines Open-World-Mafia-Epos, welches in den 50er Jahren spielt noch unverbraucht und bietet somit viel Handlungsraum für Entwickler.

Bitte wer?

Ihr schlüpft von Anfang an in die Rolle des Domenic, welchem ihr erstmal ein selbst erstelltes Aussehen verpassen könnt. Leider macht schon das Gestalten an sich nicht viel Freude, da es an Möglichkeiten fehlt, eine wirklich eigens aussehende Figur zu schaffen. So ist zum Beispiel die Auswahl an Frisuren, Kleidung usw. nicht grade üppig. Domenic war laut Story die rechte Hand des Don in New York und soll nun nach seinem Tod selber die Geschäfte dort übernehmen. Filmkenner fragen sich jetzt bestimmt: "Wer ist eigentlich Domenic?“, kommt er doch im Film gar nicht vor. Nachdem ihr ein kleines Tutorial in den Straßen Kubas absolviert habt, geht’s auch gleich mit dem Spielgeschehen in New York los. Um eine Stadt unter eure Kontrolle zu bringen bzw. eine Familie auszulöschen, geht ihr immer gleich vor, heißt: Geschäfte übernehmen, diese beschützen vor gegnerischen Übernahmen, gemachte Männer der gegnerischen Familien töten. Sind erst einmal alle Geschäfte einer anderen Familie eingenommen, gilt es, diese iendgültig fertig zu machen, in dem man ihren Familiensitz in die Luft sprengt. Das ist dann allerdings nicht besonders spektakulär. Man dringt ein, schießt sich ein bisschen den Weg frei, deponiert eine Bombe an der richtigen Stelle und schon ist man eine Familie los.
 

Dieser Ablauf zieht sich durch 90 % des Spieles, egal ob man sich in New York, Kuba oder Florida aufhält. So kommt schon nach zwei bis drei Stunden eine gewisse Langeweile auf, die auch nicht mehr so recht verschwinden will. Wo Open World Genrekollegen wie GTA 4 durch ihre vielen Handlungsmöglichkeiten glänzen, strotzt der Pate 2 gerade so vor Routine wegen der fehlenden Abwechslung. Nachdem man dann nach ca. 12 – 15 Stunden das Spiel durchgespielt hat, kommt schnell eine Ernüchterung, denn so wenig Spielzeit für ein Open World Game ist echt schwach, wenn man mal überlegt wie lange man an GTA 4 oder Saints Row 2 Spaß hat.

Die Familie

Da ihr von Beginn an ja schon Don seid, gilt es schnell, eine Familie aufzubauen. Dafür sucht ihr euch geeigneten Männern und stellt sie ein. Jeder hat andere Fähigkeiten kann aber, nach einer Beförderung, bis zu drei gleichzeitig haben. Wichtig ist auch, eure Leute immer weiter auszubilden, damit sie länger überleben, genauer schießen usw. ebenfalls von Bedeutung ist es, darauf zu achten, dass man wirklich alle Fähigkeiten mit seinem Personal abdeckt, da jeder irgendwann mal benötigt wird. Die Fähigkeiten teilen sich wie folgt auf: Schlosser und Safeknacker, Schläger, Sanitäter, Elektriker, Bombenleger und Brandstifter. Stellt man die richtigen Leute ein und verteilt klug neue Fähigkeiten bei der Beförderung, so kann man dann mit drei Männern alle Anforderungen abdecken. Da man maximal nur drei Männer mit sich im Spiel mitschleifen kann, ist man so klar im Vorteil und kann ohne Probleme durch die Städte ziehen. Obwohl ohne Probleme vielleicht etwas übertrieben ist, denn die Beweglichkeit und die Intelligenz deiner Angestellten lässt sehr oft zu wünschen übrig und man würde dann doch lieber alles alleine machen.
 

Wäre an sich auch kein Hindernis, denn die KI der Gegner ist mindestens genauso beschränkt. Sinnlose Bewegungsabläufe, die deinen Gegner zu einer offenen Zielscheibe machen, sind keine Seltenheit. Auch bei Verfolgungsjagden mit dem Auto stellen sich die Fahrer ziemlich blöd an. So wird alles mitgenommen was die Umgebung hergibt. Man selber hat auch hier keinen wirklichen Vorteil,  da die Steuerung der Wagen sehr schwammig und indirekt ist. Dazu kommt noch eine unvorteilhafte Kameraführung und schon rasen wir auch überall gegen.

Wieder alles im Griff

Der im Vorfeld von EA so hoch angepriesene Don-Modus überzeugt nicht. Hat man sich doch als "Herzstück“ des Spiels noch mehr Handlungsmöglichkeiten gewünscht. So ist es einfach nur eine Umgebungskarte in 3D und eine Möglichkeit, seine Leute abzugraden. Wenn eines unserer Geschäfte angegriffenen wird, kann man sich das auch sofort anzeigen lassen, im Don-Modus und dort Verstärkung hinschicken. Zusätzlich hat man noch eine kleine Übersicht über die Aufträge, die man noch zu erledigen hat und die Boni, die man noch freispielen kann.

Mit der Familie aufs Schlachtfeld

Beim Mehrspielermodus hat man das Gefühl, dass es einfach nur eine Pflichterfüllung war, diesen mit ins Spiel zu integrieren. Kaum innovative Ideen, wenige taktische Möglichkeiten und eintönige Maps machen den Paten 2 nicht wirklich zu einem Top Onlineshooter. Folgende Mehrspielervarianten sind enthalten: 
 


 
Teamdeathmatch: Bedarf glaub ich keiner weiteren Erklärung
Sprengattacke: Drei Punkte des gegnerischen Quatieres müssen gesprengt werden
Feuerteufel: Gegnerische Punkte wie Benzinfässer und Propantanks müssen entzündet werden Safeknacker: Logischerweise, muss hier der gegnerische Safe geknackt werden. Alt, älter am ältesten
Der Pate 2 ist nicht nur eine Fortsetzung der Geschichte. Anscheinend dachte sich EA auch, dass man einfach die Grafik aus dem Vorgänger übernehmen könnte. Diese wirkt komplett veraltet und bietet keinen wirklichen Augenschmaus. Mit dem Sound verhält es sich ähnlich. Schlechte Synchronisation und teilweise eine total unpassende Musikuntermalung nimmt echt Atmosphäre, die doch bei einem Mafiaspiel so wichtig gewesen wäre. Ist zumindest die Grafik nicht zeitgemäß, so wenigstens die Mindestvorrausetzungen für das System, welche mit 2,8 GHz, 2 GB Ram und einer 256 MB Grafikkarte zu Buche schlägt. Wer das erfüllt, kann den Paten flüssig spielen, mal abgesehen von ein paar kleinen Hängern, die ab und zu bei Verfolgungsjagden auftreten können.

Fazit:

Der Pate 2 erfüllt nicht die Erwartungen, die man im Vorfeld hatte. EA vergibt viel Potential, indem man die eigentlich spannende Story lieblos und oberflächlich inszeniert. Dazu kommt, dass obwohl es ein Open World Spiel ist, man einen sehr linearen Handlungsablauf hat. Geschäfte einnehmen, Familie dezimieren und zum Schluss Familie im Anwesen in die Luft sprengen. Das sorgt schnell für Langeweile. Auch technisch macht der Titel nicht viel her und wirkt veraltet. Somit ist der Pate 2 nicht grade ein Toptitel, aber für Fans des Mafiagenres zumindestens eine nette Zeitüberbrückung bis zu Mafia 2.

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