Skate 2 – Die absolute Referenz in Skateboarding schlägt zurück!

Die absolute Referenz in Skateboarding schlägt zurück! Eines vorab, Skate 2 ist ein bemerkenswert guter Titel, sofern man sich für Skateboarding begeistern kann.

Mit Herzklopfen habe ich die Hülle von Skate 2 geöffnet. Wahnsinn, was wird einen erwarten? Nachdem der erste Titel Skate alle anderen Skateboard Simulationen locker und mit Abstand hinter sich gelassen hat, habe ich bei Skate 2 nur eins erwartet: Die Trickvielfalt müsste zunehmen, die Spots ausgefallener und zahlreicher sein und das Gameplay, die Flickit-Steuerung, natürlich unverändert bleiben. Hat EA/Black Box doch gezeigt, dass seit dem ersten Titel eine Skateboard-Simulation nicht nur mit massenhaftem Knopfdruckeinsatz gesteuert werden kann. Die Möglichkeit, Ollie´s von Smooth bis Blasting Big zu machen, geben einen guten Eindruck davon, was mit den Analog-Sticks eures Gamepads möglich ist. Weil der Vorgänger von Skate 2 in Sachen Physik, individuellen Styles der Fahrer und Ausgestaltung der Areas schon sagenhaft gut ausgeprägt war,

habe ich, ehrlich gesagt, nicht sehr viel Neues erwartet. Das liegt einzig daran, dass das Debüt schon sehr bemerkenswert war und Verbesserungen hier nur schwer möglich waren. Dem Slogan dem ihr ggf. begegnet seid "Nur wenn du selbst fährst bis du näher dran" stimmt uneingeschränkt. Jeder der Skateboard fährt, wird das nachvollziehen können!  Hierbei ist auch der Unterschied zu anderen Simulationen zu beachten, die eher die Popstars der Skate-Szene hervorheben, begegnet ihr bei Skate 2 Fahrern, die weniger bekannt sind. Wer kennt schon z.B. John Cardiel,  der 1992 Thrasher´s Skater of the Year war.

Nun zum Spiel: Nach dem Intro geht es für euch aus dem Knast, wo unter anderem einige Skateboarder, wegen unerlaubtem Skaten sitzen. Die Obrigkeit  hat nämlich sämtliche Skater zu Verbrechern erklärt. Kalter Wind kommt euch also entgegen. Zumal große Teile der Stadt nun auch noch von Sicherheitspersonal überwacht werden. Nachdem ihr diesen derben Rückschlag verdaut habt, könnt ihr euch euren Charakter zusammenstellen, indem ihr Klamotten, Aussehen und die Boardmarke auswählt. Aus dem Knast führt euch dann Danny Way zur Entlassungsstation, wo ihr euer letztes Hab und Gut ausgehändigt bekommt und dann erst einmal vor einer veränderten Stadt mit dem Board unter den Füßen steht. Nunja, go ahead. Schnell findet ihr wieder Anschluss und skatet als erstes im Park von Slappy´s.

"Alles wie im Vorgänger" könnte man nun annehmen, aber nein. Denn der feine Unterschied lieg im Detail. Was die Rampen und Pools angeht, wirkt die Grafik insgesamt noch plastischer und realer wobei die Umgebung nur leicht verändert gegenüber dem Vorgänger erscheint. Die Bewegungen wirken insgesamt geschmeidiger und weicher, natürlicher als im Vorgänger.  Die Trickvielfalt hat allerdings dermaßen zugenommen,  so dass ihr schon eine ganze Weile spielen müsst um alle Tricks auch nur ein einziges mal durchgespielt zu haben,  zumal es hier im Gameplay um Feingefühl geht. Handplants, No-Comply, Mad Ollie´s etc. sind nun möglich und ihr könnt so ziemlich alles was an Plants und Airs sowie Grinds aus dem Gamepad zu holen ist, machen. So wie es halt sein soll und im Skateboarding auch ist! "Feel Free" ist die Devise! Der beliebte Session Marker ist natürlich auch in Skate 2 enthalten, den wir schon im Vorgänger mit viel Freude zur Kenntnis nehmen durften. EA/Black Box kann man deshalb nur bitten: "Nehmt dieses Element nie aus der Serie!" Insgesamt sind die Tricks wie aus einem Guss, fast so real als würdet ihr ein aktuelles Skatevideo anschauen. Das wirkt vor allem so, da der Bildausschnitt diesmal im Weitwinkel-Objektiv-Effekt läuft. Ihr werdet sozusagen ständig gefilmt. Auch  der Replay Mode ist wieder vorhanden, damit ihr euer Werk auch begutachten könnt, wenn ihr einmal lange genug einen bestimmten Trick ausprobiert habt.  Diese Dateien könnt ihr dann auch online stellen und andere können eure Gamepad-Akrobatik bewundern.

Wer es mag kann auch online spielen und eine Session mit anderen Skatevernarrten starten.  Erschreckend hierbei aber die Feststellung, dass die deutsche Version nicht mit anderen kompatibel ist, so dass der Rest der Welt online für sich spielt und ihr zum Teil alleine eure Runden ziehen müsst. Nicht gut gelöst, geradezu fatal. 

San Vanelona hat sich gegenüber dem Vorgänger stark verändert, nur hier und da erkennt ihr das  alte San Van wieder, aber es geht mehr in Richtung "Renovierung der kompletten Map". Skaten ist nun an vielen Plätzen wie erwähnt verboten und an diversen Spots hängen Schellen am Handrails oder Curbs sind verbaut. Überraschende Slams erwarten euch, nachdem ihr das Handrail geprüft habt, wisst ihr warum ihr gestürzt seit. Nunja, nach einer Weile im Knast ändert sich halt auch einiges. Die Skate 2 Map ist gut überarbeitet und ihr findet alles, was euer Herz höher schlagen lässt! Banks, Ramps, Pools, Downhill, Ledges, Handrails usw. Im Free Mode könnte ihr wieder Security und Passanten sowie den Verkehr auf 0 setzen, so dass hier genügend Zeit und Entspannung verbleibt um Spots durch zu skaten ohne gestört zu werden. Big Black, (Skate Bodyguard) der spätestens seit dem DC-Video jedem ein Begriff ist, steht euch auch zur Verfügung, so könnt ihr in manchen Spots, wo ihr eine Session fahren wollt, die Security von euch fernhalten, denn Skateboarding ist ein Verbrechen in San Van.  Für manche schon, nicht für uns!  Auch kleine Helfer laufen euch über den Weg, die die ein oder andere Schelle vom Handrails entfernt oder den ein oder anderen Pool leer pumpt, kleine Gimmicks zur Belustigung des Spielers.

Ihr könnt nun auch vom Board steigen, laufen oder treppen hoch und runter rennen und Objekte bewegen. Doch die Bewegungen werden, sobald ihr vom Board abgestiegen seid, sehr starr,  geradezu ungelenkig und stehen im Missverhältnis zu den Bewegungen die ihr auf dem Board macht. Ihr könnt nun Objekte wie  z. B. Mühltonnen, Parkbänke, Jumpramps  usw. so hinstellen wie ihr wollt. Rutschen diese ggf. weg, stellt ihr einfach mehrere so zusammen bis alle zusammen halten. Jumpramps oder andere Objekte rutschen halt ja auch außerhalb von Skate 2 weg, sofern diese nicht befestigt werden, das ändert sich auch im Spiel nicht.

Das ist allerding manchmal mühsam und nervig, weil die Steuerung schwerfällig ist und die Objekte sich nicht immer so leicht positionieren lassen wie ihr es gerne wollt,  ein wenig Geduld müsst ihr hier schon mitbringen. Aber wenn ihr euch euren kleinen Spot zusammengestellt habt und dort eine Weile eure Jumpramp Airs to Handrail Grinds zieht, dann macht es schon Spaß, hier und da einige Zeit mit dem Spotbau zu verbringen. Objekte zu bewegen ist eine gute Idee, aber die Lenkung sollte besser werden. Ein Plus ist, dass die Spots gespeichert und auch online gestellt werden können, so dass ihr andere an eurer Arbeit teilhaben lassen könnt. Verschieden Aufgaben könnt und müsst ihr wieder lösen, um im Status voranzukommen, vom Rennen mit anderen bis zum Contest. Habt ihr diese absolviert steigen eure Möglichkeiten eines Sponsor zu bekommen, Fotosession inklusive. Ihr könnt nun auch in ganz San Van sofort von Punkt zu Punkt teleportiert werden, ohne auf die Bahnstationen zu verwiesen zu werden und von dort aus zum Spot zu kommen.  Das macht es euch dem Vorgänger gegenüber ein wenig leichter, sich fort zu bewegen.

Der Sound eures Boards, beim Rollen, Grinden oder Sliden, auf Holz oder Metall lässt keine Wünsche offen, Realismus pur, einfach klasse! Musik zum Skaten gibt es auch, ihr könnt zwischen 51 Titel wählen, von Rap bis Metal, alles dabei, wobei wir sicher in Richtung Public Enemy die Playtaste drücken werden.  Fast schon überzogen wirkt hingegen die Sprache eurer Mitstreiter, die ihr im Rennen oder auf Contests zu hören bekommt. Ich muss sagen, so sprechen die Leute nun wirklich nicht. Selbst wenn die Jüngeren wahrscheinlich noch annehmen, so müsste gesprochen werden.

Unpassend erscheint mir die „Thrasher hall of meat“.  Um so schlimmer die Verletzungen bei den Stürzen sind,  um so mehr Punkte erreicht ihr und bekommt in dieser Sektion noch Geld dafür. Noch schlimmer: Ihr könnt euch im Spiel mal so richtig mir Absicht hinlegen. Fraglich für mich, denn die es mitbekommen haben, fanden die Stürze die Danny Way über die Chinesische Mauer hingelegt hat oder gar Jake Brown bei den X-Games gemacht hat, überhaupt nicht lustig.

Unser Test auf einer PS3 lief in Sachen Sound und Grafik ohne Fehler, keine Aussetzer oder Frame Einbrüche, hier punktet Skate 2 sehr gut, von der Xbox360-Version habe ich schon anderes gehört. Was mir extrem negativ auch schon in ersten Teil aufgefallen ist, ist das fortgeführte „Product Placement“ was einem durch die Synapsen getrieben wird. Was Mobilfunkanbieter im Spiel zu suchen haben, ist mir ein Rätsel. Mit Skateboard-Marken kann man leben, weil das Spiel nunmal im Skatebereich spielt, aber mehr?

Als Fazit können wir festhalten: Skate 2 ist ein gelungener Titel für eingefleischte Skateboarder und Gamer, die die Grenzen der Trickvielfalt des ersten Titels durchbrochen haben und mehr wollen. Skate 2 lebt vom erweiterten Repertoire und dem ausgebauten Möglichkeiten von San Van.  Die kleinen Macken beim Laufen eurer SkateboarderInnen können verkraftet werden. Wer die Unterschiede des Nachfolgers nicht erkennt, kann auch keine Unterschiede feststellen und wird enttäuscht sein. Die Neuerungen des Titels fallen nicht jedem sofort auf. Für mich eine klare Kaufempfehlung, insbesondere für Skateboardvernarrte!

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