Mavado – „Mr. Brooks – a better tomorrow“

Mavado, der Newcomer in Sachen Dancehall, beglückt die Fans jetzt mit seinem neuen Album “Mr. Brooks – A Better Tomorrow“. Bei dem Titel bezieht sich der Jamaikaner auf seinen bürgerlichen Namen David Brooks und reflektiert damit, und das auch duch Songs wie “Jailhouse“, die für Dancehallmusiker ungewohnt persönliche Note seines Albums. Der Künstler, der seit ungefähr drei Jahren für Aufsehen sorgt, bietet dank der gewohnt tanzbaren Dancehallriddims, sowohl dem anspruchsvollen Reggaehörer, als auch dem Hip Hop Liebhaber, eine mitreißende Arbeit.

Jeder, der in den letzten Wochen einen Dancehallclub von innen gesehen hat, weiß, dass das hier beschriebene Album von diversen DJs bereits rauf und runter gespielt wird und in der Szene großen Anklang gefunden hat. Insbesondere die von Stephan “Di Genius“ McGregor produzierten Tracks wie “Wich Gal“, “In Di Car Back“, “Money“ oder “So Blessed“, haben sich als wahre Ohrwürmer entpuppt. Mavado, den man auf militärisch anmutenden Ridimms und mit starken Hip-Hop Einflüssen kennt, lässt sich von diesem typischen Style nicht abbringen und präsentiert mit Titeln wie “On The Rock“, “So Special“ oder “Money Changer“ extrem tanzbare, mitreißende und eingängige Dancehalltunes.

Merkwürdig erscheinen die an erster und siebter Stelle eingeschobenen gebeteten Psalme, die meiner Meinung nach eher unglaubwürdige Consciousness über den “Gangster For Life“ verbreiten und nicht nötig gewesen wären, dem Ganzen allerdings etwas Abwechslung verpassen. Positiv hervorzuheben ist Mavados stimmliche Leistung, die fast ohne Ausnahmen überzeugt und den Zuhörer anregt und berührt. Außerdem handelt es sich bei dem Werk für jamaikanische Verhältnisse um eine sehr saubere, abgestimmte Produktion.

Den einzigen Ausfall sehe ich in dem ersten Song “Every Situation“, der mir als Opener vollkommen unangebracht erscheint, da er derartige Langeweile verbreitet, als wäre dem Künstler zum Ende des Tracks hin einfach nichts Kreatives mehr eingefallen. Nur dank der folgenden Knaller Songs gelingt es, des Hörers Ohr und Tanzbein wieder zu schärfen.
Als besondere Leckerbissen möchte ich “In Di Car Back“, der einzige sehr sexueller Rudebwoy Song:

"…Dem gyal deh nuh care
Dem sidung pon mi sittin like chair
Mi move di G-string unda wear
PUM-PUM! Too phat it affi share
Suh mi gi har fi handle it
She LAAD WOI Bangle it
Too big suh she cyaah dismangle it
She ah walk nd ah shankle dip
…"

und “So Spezial“ betonen, die einem im Club regelmäßig die Seele durch Tanz und Gebrüll aus dem Körper treibt.

Mavado steuert mit diesem Album einen großartigen Teil zur Entwicklung des Dancehall bei. Es handelt sich um einen talentierten Künstler, der gemeinsam mit Artists wie Busy Signal der Dancehall Welt eine neue Ära, mit einem ganz neuen Sound und vergleichsweise experimentellen Ridimms, eröffnet.

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