12bitphil – 12bitphil featuring

Ganz unverhofft kommt 12bitphil featuring“ in unserer Redaktion geflattert. Der in Köln geborene Wahlhamburger hat dann auch noch eine feine Auswahl an Gästen klar gemacht. Da wären Patrick Mit Absicht, V-Mann & Morlockk Dilemma, Donato & Inferno79, Camouflow & Afrob aus der Versenkung, die Biterkönige Huss & Hodn, um nur ein paar zu nennen. Auch wenn man den Namen 12bitphil noch nie gehört hat und auch nicht so richtig weiß wie man ihn denn aussprechen soll, sollte man ihn sich aber unbedingt merken. Mehr oder weniger heimlich entwickelt sich 12bit seit 2005, er gibt sich nicht nur damit zufrieden was er bis heute kann, nein, er will noch besser werden. Gerade in Zeiten in denen für Hans Peter 500 MySpace Klicks bedeuten, dass er der Beste ist, lässt 12bitphil die Vermutung zu, trotz Weboverkill einen klaren Blick und Kopf behalten zu haben. Diesen Hunger nach Fortschritt und Entwicklung hört man dazu noch aus seinen Arbeiten heraus. Auch, dass Musik nicht nur Rap-Musik für ihn bedeutet. Mit elektronisch angehauchten Beats hat er damals angefangen. Heute will er MCs um den Finger wickeln. So vielfältig wie 12bitphils burner Beats, ist auch die Themenvielfalt, die die gastierenden MCs seinen Klangnetzen verliehen haben.

Besonders eindrucksvoll auch die Tatsache, dass bitphil es diverse Male schafft mit seinen unwahrscheinlich dick produzierten Instrumentals, von den vereinzelt weniger guten Leistungen der Rapper abzulenken. Tarantados “Collapse“ zum Beispiel. Ein philippinischer Rapper, englische Lyrics, für meinen Geschmack viel zu unspektakulär und gewöhnlich. 12bits Beat allerdings, mit pompösem Einstieg, energischem E-Gitarren Sample und pumpender Basslinie, übertünchen dies ganz wunderbar.  “Lange Her“ bringt Maddest ans Licht, philosophisch resumierende Lyrics von einem curseähnlichen Interpreten vorgetragen, klingt für mich recht angestrengt und unnatürlich. Das melodische Pianosample macht die melancholische Themenwahl auf diesem Beat allerdings mehr als nachvollziehbar. Auch PPAs “Toys“ trifft nicht wirklich meinen Geschmack, der bouncy Synthie – Beat, mit crazy Pianosample (die Mähne des Pianisten muss beim Einspielen gewippt haben, so wie er in die Tasten haut) dafür umso mehr, sogar mit feinen Scratches im Refrain. Kopfnicken bleibt nicht aus. Zu den Highlights, sprich, Beats UND Raps Güteklasse A, zählt Patrick Mit Absichts Hommage an temperamentvolle Frauen statt stumme, graue Mäuse. Gewohnter Wortwitz, treibender Surfmusikgitarre à la Beach Boys, Drum N Bass Elemente und fertig ist der Hit. Der Beat der für Pimpulsivs “Alle“ Track herhält ist auf jeden Fall auch ganz weit vorne mit dabei. 90er New York Styles  kommen mir beim Anhören in den Kopf, der Nacken schmerzt nach der 5ten Wiederholung. Dreckigster Bass und eine Snare die ordentlich knallt von funky Synthiesounds begleitet hört sich nach abpogen extrem im Club an. Sogar Huss & Hodns “Die Ganze Scheiße..“ lässt mich wenigstens für ein paar Sekündchen meinen vorhandenen Groll gegen sie vergessen. Oldschoolflavour der den 90er Sexualstyle, Schmusimusi zu der LLCool J damals schon Frauenknie zum zittern gebracht hat. Donato & Inferno79, mit “Teufelskreis“ vielleicht sogar das beste Stück Musik auf dieser Scheibe, vogelfrei. Man gleitet auf den sanften Bläsern, Violinensamples und den atmosphärischen Sounds mit den beiden MCs zu ihren wehmütigen Linien dahin, träum dich weg.

 

Abwechslungsreich, eigen. 12bitphil, wenn du noch besser wirst, muss ich weinen.

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