Mariah Carey – E=MC²

Keine Ahnung wozu man dieses Album anhören kann. Am Besten wahrscheinlich zum Liebe machen… Eine andere Situation, die ich mir vorstellen könnte ist, dass man seinen Strickpulli (noch besser einen Pullunder) mit einer energischen Bewegung auszieht, sich das ganze extrem locker um die Schulter bindet und dann mit geschürzten Lippen wahnsinnig, erotische und neckische Bewegungen auf der Tanzfläche eines Nobelclubs vollführt. Ungefähr so, wie wenn auf einer Maschinenbaustudentenparty plötzlich "Sexmachine" von James Brown läuft und sich plötzlich alle für unwiderstehlich halten und die Tanzfläche stürmen. Wobei man sich immer fragt, warum Weiße ihren Mund so komisch zur Schnute verziehen, wenn sie sexy sein wollen.

Aber natürlich hat der Plastik-Sound von Mariah Carey nicht das geringste mit dem schmutzigen Funk des Godfathers zu tun. Bei Frau Carey ist alles aufgeräumt und dort wo es hingehört. Stimme 1 plus. Ohne Leidenschaft oder mit viel vorgespielter Leidenschaft ins Mic gesungen, gesäuselt, gehaucht. Digitale Effekte allerorten und es ist tatsächlich so, als hätte man den Magic Producer zu Hause und ich konstruiere mir mal meinen eigenen Popstar. Dazu passen natürlich auch die Promofotos, auf denen die Beine der hübschen Mariah nicht nur um die, in der Branche üblichen 20% gestretched wurden, sondern mindestens um 50%. Vom Plastikpuppengesicht auf dem Rückseitenfoto mal ganz zu schweigen.

Aber was sagen wir zu einem Track auf dem Young Jeezy eine Strophe rappt? Der Schmerz eines jungen Mädchens, das sich unglücklich in einen bösen Buben verliebt. Warum kommt da nichts an, bei mir? Warum berührt mich das nicht? – Ich glaube, weil ich ein unsensibles Stück Scheiße bin und deshalb abgetrennt von meinen Gefühlen, als Stein mein Leben zubringen muss. Kein Plan. Vielleicht liegts auch daran, dass die Strophe vom Snowman nichts, aber auch gar nichts mit dem Rest des Songs zu tun hat und sich bei mir der Eindruck noch mehr verstärkt, dass ich ein völlig konstruiertes und lieblos zusammengestückeltes, auf Hochglanz poliertes, kalkuliertes PRODUKT in der Hand halte und kein von Herzen gemachtes Stück Musik.

Ach. Gebt mir das Lagerfeuer zurück! Gebt Mariah eine Gitarre in die Hand und Gummistiefel an die Füße und sperrt das Koks weg! Lasst das Mädchen doch endlich wieder Mucke machen! Aber wahrscheinlich kommt sie ja selber nicht mehr runter, von welchem Trip auch immer.

Schade. – Stimme ist super.

PS: Den Magic Producer gibt es natürlich nicht. Den habe ich erfunden. Kleiner Witz.

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