Mädness – Unikat

Irgendwie wurde man schon bei der Mädness EP "Aus Dem Nichts“ das Gefühl nicht los einen hervorragenden Rapper bisher übersehen zu haben. Auf sämtlichen 19 Tracks seines aktuellen Albums "Unikat“ wird man davon überzeugt, dass einem das in Zukunft definitiv nicht mehr passieren sollte. Hier steht jemand am Mic der sein Handwerk versteht. Der Soundteppich ist bis auf einige Ausnahmen wenig beeindruckend aber solide gut und kommt von Iron, Rocko, Tesk, DJ Flow und Phonk D.

Mädness macht schon im Intro mächtig Welle, wechselt lässig zwischen Doubletime und besticht mit Wortwitz („…Rap wie mit nem Bundesverdienstkreuz, ich fühl mich ausgezeichnet…“) und Ironie ("…ich steh für das momentane Rappergeschehen bis auf weiteres leider nicht zur Verfügung – Wieso? – Weil ich Beef für ein T-Bone Steak halte und leider nicht in Berlin wohn…"). Und es geht gut weiter. Die auf "Unikat" behandelten Themen sind nicht sonderlich kreativ gewählt, werden aber umso kreativer und wunderschön selbstironisch und bissig behandelt. Abgerechnet wird auch, und zwar vor allem mit dem weiblichen Geschlecht. Mädness reflektiert aber auch sein Leben und bevor es zu sentimental anklingt, wird zur Abwechslung der Alkoholkonsum wie schon in "Aus Dem Nichts" zelebriert und verleitet auf "Konterschoppe" mehr als einmal zum Grinsen, zum Beispiel durch "…und komm mir bloss nicht mit diesen Mischgetränken – für mich ist das Bierquälerei…" und ähnliches. Ein absoluter Anspieltip ist "Einer Muss Bezahlen“, man beachte die Reimstruktur. Oder man höre nur zu. Zuhören ist um der versteckten Wortspiele  und Vergleiche Willen sowieso durchgehend stark angebracht.

Auch technisch macht Mädness Spaß und wechselt seine Flowvarianten abwechslungsreich. Erwähnenswert sind auch die Gäste Marteria, Patrick Mit Absicht, Baggefudda, Gabreal & Nadine Demtrio die sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen. Der in letzter Zeit oft gelesen und gehörte Vorwurf, Mädness würde wie Olli Banjo klingen, kann ich nachvollziehen, vielleicht liegt das aber einfach daran, dass beide gute Rapper sind?

Bleibt nur noch zu sagen, dass "Unikat" insgesamt ein überdurchschnittliches Erstlingswerk mit Suchtpotential ist.

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