Montana Max – Einzelkind

Es tut mir leid. Leider gibt es inzwischen viel zu viele Rapper deren Stimme Spaß macht und die technisch einwandfrei auf ordentlich produzierte Beats rappen. Rapper, deren Wortspiele nett sind, die Humor haben und die man gut hören kann. Leider hinterlassen diese Rapper keinen bleibenden Eindruck, wenn sie nicht ganz hervorragend rappen oder sie sonst etwas besonderes auszeichnet. Montana Max schafft es sich gut zu präsentieren. Aber "ein paar ehrliche Songs" mit "einem Stück Geschichte, klarer als den Korn den ich trink" hauen leider keinen mehr vom Hocker. Seinen eigenen Rap mit einem  Gewitter zu vergleichen ist halt nichts neues, die Punchlines in den Battletracks sitzen zwar aber "Ich bring dich sicher zu Boden wie der Flughafenstreudienst, knall dir die Bude zu wie Lukas Podolski" ist auch nicht besonders originell. Eine Ausnahme bildet übrigens "Lichter der Nacht" mit TommyBoy auf einem gewöhnungsbedürftigen Beat, ein Banger bei dem der Text fast durchgehend gewaltig knallt. Weniger darf man aber von jemandem, der in Rapdeutschland schon so lange, auch live, präsent ist wie Montana Max nicht erwarten. Ein Rapper mit der Routine muss natürlich auch einer selbst gelegten Messlatte gerecht werden.

Anerkennen muss man auf jeden Fall, dass sich Montana Max im Gegensatz zu alten Releases technisch verbessert hat, Aussetzer im Flow kommen auf "Einzelkind" kaum noch vor. Die Feature Gäste sind mit Shiml und Casper keine Überraschung, auch Sha-Karl (Big Bud) und JoKA (I Luv Money Records) passen ins Bild. Montana Max wird für dieses Release wohl vor allem von seinen Fans gefeiert werden und kaum neue für sich begeistern. Wahrscheinlich hat er mit "Einzelkind" eines der besten Bremer Releases abgeliefert, bleibt aber im deutschen Vergleich Mittelfeld. Trotzdem ist das Album grundsätzlich einwandfrei, sauber und glatt produziert und eingerappt worden.   

18 Tracks hat "Einzelkind" und plätschert wie gesagt gut hörbar dahin, wobei die Beats etwas eintönig werden. Ausnahmen sind übrigens die sanfteren Tracks, die durch sehr präzise, nachvollziehbare Gefühlsbeschreibungen bestechen. Erwähnenswert in dem Zusammenhang  „Stück der Sonne“. „Einzelkind“ spielt sich thematisch zwischen den üblichen Representern, in fast depressiven Alltagsängsten („Schlaflos“), Erinnerungen ("Wenn der Vorhang fällt") und nie ganz glücklichen Liebesgeschichten („Schwarze Wolke“) ab. Damit erinnert es stark an die früheren Taichi Releases, was kein Vorwurf an Montana Max, sondern ein Hinweis für den Leser sein soll.

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