X Clan – Return From Mecca

Uuuhh, bin ich spät dran?! Naja, verglichen mit dem Zeitraum, in dem der X Clan kein Album veröffentlichte, lieg ich noch gut im Plan. Allerdings ist auch einiges seit der letzten Release passiert. Professor X The Overseer und Sugar Shaft The Rhythm Provider weilen nicht mehr unter uns und der Grand Verbalizer Funkin’ Lesson Brother J hat sich entschlossen vom Osten der USA in den Westen zu gehen. Letzteres spiegelt sich auch oder besonders in der Produktion des neuen Langspielers “Return From Mecca“ wieder. Hier findet man einen guten Querschnitt durch die obere Produzentenriege der Westküste. So z.B. Quazedelic, DJ Fat Jack und Abstract Rude (der jetzt auch Mitglied des Clans ist), die für den Hauptteil der Beats verantwortlich sind, aber neben weiteren sind auch DJ Khalil und DJ Quik vertreten. Der damit angeschlagene Sound dürfte allerdings ganz im Interesse Brother J`s sein, der sich als Fan des Westcoastsounds „outet“ bzw. schon immer , wie die ersten beiden X Clan-Alben zeigten, ein Freund des Funk war. Repräsentativ dazu wäre z.B. „Aragorn“ (Lied Nr. 2) zu nennen.

Nun mag man vielleicht denken, dass das Einbinden verschiedener Producer nicht von Vorteil sei, doch der X Clan hat es geschafft eine ausgewogene Mischung an den Start zu bringen. Das Hören dieses Tonträgers war auf jeden Fall eine entspannende Erfahrung für meinen „Skip-Finger“, denn dieser kam gar nicht erst zum Einsatz. Meiner Meinung nach ist man musikalischer definitiv auf der Höhe der Zeit. Brother J wird es freuen, sieht er sich doch in freundlicher Konkurrenz zu allen andern. Auch seinem Vorhaben den Clan wieder zurückzubringen, ist er für mich mit „Return From Mecca“ einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

Bleibt ja fast nur noch die Frage nach den Skillz und eventuellen Features. Raptechnisch rappt Brother J wie gehabt routiniert, was nicht heißen soll, dass das nen mieses Ding sei. Eher im Gegenteil, denn der Grand Verbalizer kommt ohne jeden Verbocker aus und dies trägt zweifelsohne zum Hörgenuss bei! Einzig die Beats lassen mich manchmal etwas abschweifen, sodass ich kurzzeitig nicht mehr mitbekomme, was genau Brother J uns eigentlich mitzuteilen hat. Irgendwie schade, aber mich hat das Gesamtkonzept eher dazu angeregt auf Repeat zu drücken, wodurch sich ja die Chance ergibt, auch wieder mehr auf die Raps zu achten. Denn wie sagt der MC in „Culture United” an der Seite von Damain Marley: “We are the messengers, not the Entertainers“! Neben Damian Marley sind auch Chali 2Na, KRS One und Jacoby Shaddix (Papa Roach), um nur die Bekanntesten zu nennen, auf X Clan’s drittem Album vertreten. Aber keine Panik – der Verbalizer regelt die Angelegenheit größtenteils alleine, und zwar auf seine ihm eigene smoothe Art und Weise.

Mein Fazit: ein sehr gelungenes Werk, welches bei mir den Weg auf eine Kassette finden wird und damit in den Blaster – besonders jetzt wo die Temperaturen steigen. Apropos Weg, letztens sagte ein bekannter deutscher MC in einem Interview, dass wir ja noch nicht die Erfahrung haben, wie es ist, mit Hip Hop alt zu werden. Der X Clan zeigt aus meiner Sicht wie man diesen Weg topaktuell und ohne sein Gesicht zu verlieren gehen kann. In diesem Sinne: Bildet Euch Eure Meinung selbst und legt „Return From Mecca“ in den Player!

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