Schwere Zeiten für die Rapsprache

Nachdem die Pressekonferenz zum geschlossenen HipHop-Treffen, das letzte Woche tagte, verschoben wurde, hat gestern die 2001 gegründete und vom HipHop-Mogul Russell Simmons und Dr. Benjamin Chavis geleitete Vereinigung von HipHop-Künstlern, Führern der Unterhaltungsindustrie, Bildungsbefürwortern und Bürgerrechtlern namens „Hip-Hop Summit Action Network (HSAN)“ eine Stellungnahme veröffentlicht, in der Simmons und Chavis sich für eine Zensur der Wörter „bitch“, „ho“ und „nigger“ bei allen zukünftigen Veröffentlichungen der Musikindustrie aussprechen.
"We recommend that the recording and broadcast industries voluntarily remove/bleep/delete the misogynistic words ‚bitch‘ and ‚ho‘ and the racially offensive word ’nigger.’".
Die drei Worte sollten gleich behandelt werden wie extreme Schimpfworte. Sie seien Erinnerungen an die Frauenfeindlichkeit, die afroamerikanische Frauen in der amerikanischen Geschichte der Unterdrückung, Ungleichheit und Leiden der Frauen erfahren haben. Das Wort “nigger” sei ein abwertender Begriff, der Schmerz, Leiden, Unterdrückung und die vielfachen Formen von Rassismus gegen Afroamerikaner und andere Andersfarbige nicht achte.  
Die gesamte Stellungnahme ist hier zu lesen.  

Der durch die Gründung des Labels Def Jam und die Förderung früher Rapkünstler wie Kurtis Blow oder Run-DMC groß gewordene Simmons hat seit der berühmten Don Imus-Aussage viel zu tun. Zum Beispiel äußerte sich auch der afroamerikanische Senator und Präsidentschaftskandidat Barack Obama negativ gegenüber der Sprache heutiger Musik und vertrat die Meinung, für schwarze Musiker müsse die gleichen Regeln gelten, an die sich auch der weiße Don Imus zu halten hat.
Simmons
musste darauf natürlich antworten. Der Senator solle lieber über die Armut und das Unwissen sprechen, welches der Grund für das gesellschaftliche Klima sei, in dem solche Musiker Erfolg haben. Wenn ungebildete und unzufriedene Menschen aus der unteren Gesellschaftsschicht ihre künstlerische Freiheit nützten, beleidigende Dinge zu sagen, müssten die Ursachen besprochen werden. Wenn ein reicher, privilegierter Mann solche Sachen in einer Radiosendung sagt, sei das etwas anderes.

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