Boba Fettt – Meister des Universums

Boba Fettt, neustes „Signing“ von No-Peanuts, hat letzten Monat sein Solo-Album „Meister des Universums“ veröffentlicht. Einige kennen ihn vermutlich noch aus seinen Zeiten im Bunker, und andere als Live-Dj Zett vom Prinzen, aber in Albumform, namentlich „Meister des Universums“, ist er zumindest für mich doch etwas Neues.

Und das bedurfte bei mir auch erst einmal einer Eingewöhnungszeit. Doch wenn man sich an seinen etwas anderen eher abgehackten Rap-Stil gewöhnt hat, ist dieser allein schon deshalb positiv zu werten, da er sich von den ganzen anderen Durchschnittsrappern abhebt, die nur den Stil von ihren Vorbildern kopieren. Zu dem besondern Rap-Stil und dem daraus resultierenden Flow gibt es die passende und durchweg gelungene musikalische Untermalung von Big Bennay. Ruhige, aber auch kräftige Beats, die hervorragend zu der Stimme Fetts und der vielen Features passen. Was das Gesamtprodukt von Fettts Reimkunst angeht, muss man aber leider sagen, dass es noch verbesserungswürdig ist, da er einerseits öfters billige Reime benutzt  („Mit Blick auf West-Berlin, ein paar Jungs sehen mich, sie heben die Hand, dich brauch West-Berlin“ in "Für immer“) und andererseits der Rap-Stil dann doch manchmal etwas zu abgehackt und monoton ist, wobei Boba Fettt aber nicht nur einen Flow besitzt, sondern geschickt zwischen schnell und langsam wechseln kann.

Nach einem eher müden Auftakt mit dem langweiligen Prinz Pi-Feature in „Meisters des Universums“ und einem guten K.I.Z.-Feature („Ich bin im Club mit Merkel, wir schmeißen Steuergelder … Mein Schwanz ist sehr lang und sehr hart wie Ben Hur“), gegen die Boba Fettt klar den kürzeren zieht, da ironische Wortspiele und Albernheiten nicht seine Stärke sind, wird es zum Ende hin auch inhaltlich besser. Da wären z.B. das wirklich nachdenklichere „Los!“ feat. Wakka & Shiranu („Doch an der Vorstellung, dass Leute in meinen Namen andere totschlagen, kann nichts geil sein, nur zu provozieren und die Grenzen auszuloten, ist auf Dauer keine Herausforderung“) und das musikalisch schöne "Lichtsturm". Und das seine Inahlte nicht mit der Moralkeule eingehämmert werden sollen, sondern all seine vielen Ratschläge immer noch hinterfragt werden müssen, macht er selbst in „Guter Mensch“ klar: „Selbst wenn der große Boba behauptet, er ist der Beste, ich geb euch gerne einen guten Rat, immer alles hinterfragen.“ Diese Form der Selbstironie und Differenziertheit ist in einer Zeit der Allüren und der „Pseudo-Deepheit“ sehr angenehm und erfrischend.

Und deshalb hinterfrage ich noch einmal meinen ersten Eindruck und bin durch das positive Ende doch eher geneigt, es als gutes Rap-Album zu bezeichnen. Boba Fettt hat zwar nicht die besten Reime oder Wortspiele, aber er hat eine Persönlichkeit. Wenn er jetzt noch ein bißchen an seinen Reimen und dem manchmal fehlenden Rhythmus feilt, bin ich auf sein nächstes Werk gespannt. Nur zwei Fragen bleiben: Warum scheint es ihm wichtig zu sein, dass er WEST-Berlin repräsentiert und warum bitte drei Features von Rifleman? Ansonsten, weiter so!

 

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