Bad Jokes – M.O.I. – Master Of Irony

Aus dem Herzen Mecklenburgs, namentlich aus Güstrow, hat sich der Rapper Bad Jokes auf den Weg nach Berlin gemacht, um dort mit Mirror von den Creaturen der Nacht sein Debutalbum M.O.I. aufzunehmen. Der Backup von Galla, dem Kopf der Ruhrpott-Legende RAG, griff dabei auf Beats so namhafter Leute wie Illfated Tre, Gambit Entertainment, Beatologic, Mirror, V.Räter und Marcello vom Funkviertel zurück.

Das Album klingt auf den ersten Hinhörer sehr melodiös und kann mit durchweg starken Drums punkten. Auf 13 Anspielstationen macht die Scheibe einen sehr homogenen Eindruck und liefert uns die ein oder andere beattechnische Bombe. Beim zweiten Hinhören aber wird deutlich, dass auch der MC seinen nicht weniger gewichtigen Anteil an diesem Werk beizutragen hat. Bad Jokes representet mit vielen starken Vergleichen, er erzählt uns Geschichten, er schreibt Liebeslieder und er reflektiert seine Umwelt. Alles offen und ehrlich. Und man kann wahrhaft sagen, dass er seinen eigenen Style hat, denn teilweise fehlen dem Rapper über mehr als vier Bars jegliche Reime. Erstaunlich dabei ist nur, dass er den Text trotzdem sauber und variantenreich runterflowt und mit einer sehr abwechslungsreichen Betonung aufwartet.

Bad Jokes klingt auf jeden Fall anders als alle anderen Rapper, die sich dem Doppelreim und DEM deutschen Flow verschrieben haben. Auf seinem Debut kann der Newcomer also mit einer großen Bandbreite auftrumpfen, die jedoch nie krampfhaft wirkt oder darauf abzielt, möglichst viele Bereiche abzudecken. Seine Stimme, seine Technik und seine Betonung lassen auf noch einiges mehr auf dem nächsten Album hoffen und er hat auf jeden Fall ein gutes Händchen für die richtigen Beats.

Fazit: Gelungener Einstand.

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