Nic Knatterton, Johanna – Knatterton goes Popmusik

Knatterton goes Popmusik” heißt das fünfte und jüngste Album des Aachener Untergrund-Rappers Dominik Walter, aka Nic Knatterton, das er Ende letzten Jahres zusammen mit seiner Frau Johanna, sowie der Münchner Bekanntheit Lea-Won, dem Düsseldorfer Koljah, DangerDan (alle drei sind Freunde aus der „Anti-Alles-Aktion“) und vielen anderen mehr oder weniger bekannten Künstlern wie z.B. Albino oder Chaoze One fertig gestellt hat und das seit Mitte Februar auf dem Markt ist.

Schon die ersten Takte des ersten Tracks „Der Zwerg und der Musterknabe“ lassen einen erraten, auf was man sich da eingelassen hat. Wie da das Klavier abgeht, so turbulent, so verrückt, so humorvoll, eben so wie man Knatterton kennt, so wird es weiter gehen. Und das ist erfreulich.
Das zweite Stück „Mein Block“ zeigt jedoch gleich mit einem sehr sozialkritischen Text, dass es sich bei diesem Album nicht um reinen Nonsens handelt. Nein, Knatterton steht für eine geschmackvolle und ausgewogene und im deutschen Rap einmalige Mischung aus Conscious und Klamauk.
Mit den nächsten Tracks geht es lustig („Doktor, Doktor“), teilweise zynisch, ja sarkastisch („Oberschichtenrap“) weiter.
Wenn es Nics spritziger, knatternder, vor witzigen Vergleichen strotzender Rap auf straighten oder kranken Beats bis dahin nicht geschafft hat, wird spätestens der Skit „Zugzwang“ ein Lächeln auf jedes noch so deprimierte Gesicht zaubern.
Mit „Regenbogen“ und „Alles Scheiße“ folgen dann sehr poppige, eher melancholische Stücke, mit „Mooove“ ein Partytrack zum Abgehen, mit „Leben und leben lassen“ sogar ein Öko-Rap-Song zusammen mit – na ratet mal – natürlich Albino.
Ja, auf „Knatterton goes Popmusik“ sind alle Richtungen der Rap- und Popmusik vertreten. Auch ein Liebeslied darf natürlich nicht fehlen. Mit „Nur Dich“ ist Nic und seiner Frau Johanna ein zwar an Kitsch grenzender, aber dennoch oder gerade deshalb überzeugender und schöner Lovesong gelungen.

Insgesamt ist das Album sehr vielseitig und abwechslungsreich, es reicht von „Gangsta“-Tracks wie „Waffen und Crack“ zu reflektierenden Gänsehautstücken wie z.B. „Rückfall“. Zur Vielseitigkeit tragen natürlich auch die vielen Feature-Gäste bei. Vor allem der Einfluss Johannas, die das Album nicht nur gemixt und arrangiert hat, sondern ebenso mit ihrem Gesang und Rap aufgepeppt, prägt den Sound. Dieser ist zum Teil – wie der Albumtitel schon vermuten lässt – sehr poppig, doch nie flach.
Ein wirklich gelungenes Werk, das deutschen Rap auf jeden Fall bereichert.

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