N.W.A / Gang Starr – Doppelreview: Best Of N.W.A // Best Of Gang Starr

Eigentlich muss man nicht viel schreiben. Gang Starr und N.W.A haben beide Rapgeschichte geschrieben, hatten eigentlich nie sonderlich viel gemeinsam und haben zu ihrer Zeit an ihrer Küste das Rapgeschäft dominiert oder zumindest entscheidend geprägt. Jetzt erscheint von beiden Gruppen eine Best-Of Compilation. Die werden dann sogar im Doppelpack beworben. Finde ich zwar  irgendwie merkwürdig, aber dazu mehr am Ende.

Wer N.W.A waren und welche Rolle sie auch heute noch spielen, muss ich eigentlich nicht mehr erwähnen. All diejenigen, die heute von Straße, Knarren und was sonst ins kriminelle Milieu passt rappen, berufen sich auf die Straßen von Compton und wahrscheinlich auch auf jeden weiteren der 16 Anspielpunkte auf dieser CD.
Vor fast 18 Jahren gründeten Ice Cube, Dre, Eazy- E, MC Ren und DJ Yella die Band. Mit ihrem 2. Album gelang der internationale Durchbruch. 1989 verließ Ice Cube die Gruppe. 1991 war endgültig Schlus, als Eazy-E ausstieg.
3 Jahre haben N.W.A also gereicht, um bleibende Spuren zu hinterlassen zu schreiben. Die Regeln des Rapgames über den Haufen zu werfen, ein neues Genre zu etablieren und mit einem Track Geschichte zu schreiben: „Straight Outta Compton“ ist auch 18 Jahre nach seiner Entstehung ein Lied, das mit roher Gewalt auf den Zuhörer einhämmert, und eben alles hat, was ein Klassiker braucht: Originalität, Authentizität und Zeitgeist. Gleiches gilt für das Video. Wer jemals die Beef-DVD gesehen hat und dort Ice Cube und Eazy-E erlebt hat, weiß, dass die Jungs damals weit weg von Kino Komödien waren. „Fuck The Police“ hat seiner Zeit das FBI so verängstigt, dass Priority Records gebeten wurde, den Track wieder vom Markt zu nehmen. Harte Scheisse also. Auch die TV-Musiksender unterstützten die ersten Gangster-Rapper nicht, der Sound war zu hart. Um es in etwa in den expliziten Worten von N.W.A. zu sagen: Eine Bitch ist und bleibt eine Bitch.  
Sagen wir, wie s ist, N.W.A haben Musikgeschichte geschrieben. Sie haben allerdings eine sehr kurze Diskografie und ob der „Chin Check“ mit Snoop anstatt Eazy auf dieses Best-Of musste, ist wohl eine Glaubensfrage. Fans dürfte zudem der ein oder andere Track fehlen. Dennoch haben NWA ein Best Of Album verdient.

Ich will ehrlich sein, ich habe Gang Starr immer geliebt. Ich fand Premo am Beat geil, ich bin ein Kind der 90. in denen viele kleine Premos die deutsche Szene zumindest beatwise dominierten und keine Timbos, Neptunes und wie sie sonst alle heißen (Obwohl die damals auch schon großartige Beats produced haben). „Step In The Arena“ ist für mich ein Klassiker und für jeden anderen Head über 18 hoffentlich auch.
Umso trauriger stimmte mich dann doch der Splitt nach dem ordentlichen „The Ownerz“ Album. Jetzt werkelt Premo an Beats fü X-Tina und Whitney Houston (Hoffentlich ist wenigsten er nett zu der gebeutelten Frau).
Guru flowt heute auf Beats des selbst ernannten Super-Producers Solar. Jazzmatazz heißt in diesem Fall die eierlegende Wollmilchsau. Der vierte Teil ist bereits angekündigt.
Gangstarr ist also Tod und da bringt man als Label entweder ein schlechtes Album mit unveröffentlichem Material der beiden Hauptprotagonisten raus oder veröffentlicht ein Best-Of Compilation für alle Youngbloods. Auf der gibt es neben „Natural“ und „Tha Squeeze“, die bisher nur japanischen Hiphop Heads ein Begriff sein dürften eben jede Menge alten Klassiker-Scheiss. Auf einer CD gibt’s beispielsweise „Step In The Arena”, “Skills” und “Mass Appeal” aufs Ohr.    

Das Dumme an dieser Sache und das bringt mich zu NWA zurück und verbindet beide Crews auf ihre alten Tage dann doch, ist der Fakt, dass es die beiden Best-OF CDs eigentlich schon gibt. Von NWA gibt’s es Greatest Hits und Geburtstagsalben, von Gang Starr den Klassiker-Klassiker „Full Clip“ An dem haben die Herren noch selbst mitgewirkt und bei dem finde ich einige Tracks, die ich auf diesem Best-Of Album vermisse.
Ich will ehrlich sein, beide Best-Of Alben sind was für Hardcore Fans, so es die noch gibt und Einsteiger. Jeder der bereits die zwei Alben und eine EP von N.W.A und im Falle von GNGSTRR das „Full Clip“-Album haben, brauchen das hier nicht unbedingt. So schmeckt das ganze nach einem Label-Businessplan und wenn diese Compilations zu Weihnachten gegeben hätte, hätte’s Schelle gegeben. Nur schriftlich versteht sich (No Violence)…

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