Kodimey – NeoGeo

Das Stuttgarter Label Chimperator haut nach dem Maeckes & Plan B-Streetalbum im Jahre 2006 nun am 16.02. das zweite Werk eines ihrer Künstler mit Albumlänge auf den Markt. Kodimey, der selbst auch A&R und Mitbegründer des Labels ist, schickt als Vorläufer zu seinem im September erscheinenden Longplayer das Streetalbum „NeoGeo“ ins Rennen um die Gunst des Zuhörers. Mit 23 Anspielstationen besitzt die Platte einen stattlichen Umfang und weckt aufgrund der Produzentenliste, die Namen wie DuhBeat, Be.Jay, DJ 5ter Ton, und neben Kodimey selbst auch noch DJ Friction enthält, schon einmal ein erstes gesteigertes Interesse. Wer die ersten Veröffentlichungen Kodimeys kennt, der weiß, das ihn straighter Rap erwartet, der einen für die Hördauer in das nicht immer einfache, aber ehrliche Universums des Künstlers mitnimmt.

Wie es sich für ein Street-Album gehört, kommen die Representer nicht zu kurz. Schon im „Intro“, bei „Des is‘ halt Des“ und "Chimperator Hustler", den ersten drei Songs, dessen Beats alle von Kodimey selbst stammen, wird klar, dass sich dieser Rapper von allen den bisherigen Hörgewohnheiten unterscheidet. Die Liebe zu Michael Jackson, der Verlust seines Bruders an den Knast, das Unverständnis gegenüber den sich vom Rap abwendenden Menschen nach dem Stuttgart-Hype, all das und noch viel mehr, skizziert schon eine hochinteressante Persönlichkeit. Und trotz allem bleibt dem Muiltitalent noch genügend Zeit, um zu betonen, dass nur er wirklich der Beste sei. An dieser Stelle schon einmal Hut ab.

Danach geht es jedoch noch imposanter weiter. „Traum“, zu dem es demnächst auch ein Video in der bunten Welt des Internets zu sehen gibt, überzeugt dann mit einer verlockend einfachen Welt und einer teils gesungenen Killer-Hook. Mit Abstand der stärkste Songs des Albums! Weitere Highlights sind der sehr persönlichen Songs „Blume auf Beton“,  die beiden Storyteller mit den Labelkollegen Plan B und Maeckes „Schau uns zu“ und „Die Hauptvorstellung“, und die sehr gelungenen Skits, die den Kodimey mit „Mokka-Teint“ auf Wohnungssuche dokumentieren. Einziges Manko, dieser ansonsten sehr starken auditiven Visitenkarte ist das Vermeiden des Protagonisten einer schnelleren Gangart auf den Doubletime verlangenden „Feel it I feel it“ und „Whip it real hard“.

Für das kommende Album, dass nach Angaben des Künstlers noch weniger Representer und dafür noch mehr wirkliche Songs enthalten soll, die dem Hörer etwas mehr mitgeben als nur das Bild eines neuen angeblich besten Rappers, kann man sich mehr als freuen. Bis dahin ist das auf keinen Fall nur wie ein Street-Album klingende „NeoGeo“ aber eine sehr lohnend zu hörende Ausweichmöglichkeit. Wirklich ein schönes Ding!

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