Pilskills – Das Album Von Pilskills

Pilskills sind ein interessantes Phänomen unserer lieben Hauptstadt: während nämlich andere Rapper den Erfolg eher im restlichen Teil der Republik verbuchen und in ihrem Viertel weniger gern gesehene Gäste sind, rocken die Herren DJ Ossi Oskar, Dehfone, Bagman vor allem in Berlin und am liebsten im Cheffhain. Die Fans in Berlin werden sich dieser Tage besonders über Auftritte der Pils-Trinker mit Skills freuen, denn die Jungs haben ein neues Album. Ob sich der Rest der Nation zukünftig auch Richtung Friedrichshain orientieren sollte, wenn’s um gute Raps und Beats geht, wird in dieser Review zu klären sein.

Was gleich beim ersten Anhören des Albums auffällt, sind überwiegend von Dehfone und Bagman selbst aber auch von Dejoe, DJ Gehe, DJ Hooker, sowie der TrueBeatzCrew großartig (aus)produzierte Beats, die mal den Blues, mal den (Disco)Funk und mal (den) Irrwitz haben. Großes Kino da. Was die Raps angeht, geht es inhaltlich immer mit 1-2 zugedrückten Augen zu und so erfreut sich der Hörer an Zwiegesprächen mit Gott (Wer ist das Volk und wer ist dieser Volker) bis zu Liebesgeständnissen an die Jacke (Gib mir noch eine volle Flasche, denn ich tanz mit meiner Jacke).
Pilskills
berichten aus ihrer „Hood“. In der hat man vielleicht ernsthaft Probleme, seinen Alkoholkonsum in den Griff zu kriegen , aber Hoes, Drugs’n Crime gibt’s erst ein, zwei Viertel weiter. Im Cheffhain finden keine Drive-Bys statt, es ist auch nicht immer das Paradies, es passieren vielmehr jede Menge verdrehter Alltagsgeschichten, wie sie die der Zuhörer vielleicht sogar von sich selbst kennt. Dazu gibt’s 1A-Anleitungen der Berliner Party-Rap Crew, wie man sich auf Tanzveranstaltungen am besten verhält, um maximal Spaß zu haben. Der Entertainment Faktor stimmt also und zusammen mit den Beats, den authentischen Inhalten und der teilweise sperrig-oldschooligen Vortragsweise ergibt sich so ein ganz eigenes aber immer stimmiges Gesamtbild.  Ein Tipp für die, die Rap und Lachen nicht zusammen kriegen wollen: in manchen Kellern lässt sich’s durchaus gemütlich Musik hören.
Letzte Worte zum Album: starke Produktionen, unterhaltsame Texte. Hier und da wäre ein Flow-Update schön gewesen, aber auch ohne ist „Das Album von Pilskills“ ein Hinhörer. An dieser Stelle noch ein Extra-Lob für das 1A Coverdesign.

Wer in den nächsten Tagen einen Trip nach Berlin plant und sich auch mal Friedrichshain ansehen will, sollte sich Pilskills als Soundtrack zu seinem Viertelbesuch gönnen. Aber auch ohne Berliner Hintergrund kann man mit der Platte Spaß haben. Die Mission „Deutschland Erbobern“ ist somit erfolgreich gestartet…

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