Ghosface/Theodore Unit – „More Fish“

Ghostface ist Back Homies! Mal wieder. Das 2. Mal (im letzten Jahr) und auch wenn die eine Hälfte der Kritiker „More Fish“ als besseres Mixtape oder völlig zurecht als Crewalbum ansehen, macht Ghost alles richtig. Dort, wo der Jigga-Mann gelangweilt hat und auf hohem Niveau enttäuschte, pickt sich unser Lieblings-Geistergesicht schlichtweg die passenden Beats, lässt häufiger die Theodore Unit rann- und macht, um zurück an den Anfang zu kommen, alles richtig.

Während mich das Theodore-Debut „718“ noch über weite Strecken langweilte und der Weg der Mannen um Ghost für mich nicht ganz absehbar schien, habe ich nach „More Fish“ keine Zweifel mehr. Es geht aufwärts für 07. Trife da God, Sun God, Shawn Wigs, Solomon Childs, Cappadonna und Killa Sin präsentieren sich auf diesem Album fast in Augenhöhe mit dem Meister. Bei Trife gibt es Parts, bei denen ich das "fast"" sogar weg lassen würde. Sollte ich bei meiner Aufzählung ein Bandmitglied verwechselt oder vergessen haben, sei es mir verziehen. Ähnlich wie beim Clan gestaltet es sich bei der Theodore Unit etwas schwierig, den sich wechselnde Crewstrukturen zu folgen. Sei’s drum. Feste Konstanten und klar zu zuordnen sind die Featuregäste Sheek Louch (Der an der Seite von Ghostface gerne mal richtig aufdreht) und Redman (Wann kommt da eigentlich das Album?).
Doch genug der Zahlen, Fakten und Daten, machen wir uns an’s Eingemachte. Auf Platte zählen ja eh nur Skills. Davon gibt’s auf "More Fish" reichlich. Was nach dem Intro in Form der Gangster-Agenten-Geschichte „Miguel Sanchez“ auf den Hörer losgelassen wird, ist Storytelling der feinsten Sorte. Zur ungemeinen Durchschlagskraft dieses Tracks trägt auch zu großen Teilen der Beat bei.
Nicht nur deshalb halte ich es an dieser Stelle und nicht, wie sonst am Ende der Review für unumgänglich, ein paar Namen der  Produzenten der Platte aufzuzählen. Vielleicht liest Herr Carter das ja und erfüllt mir den Wunsch, auch mal auf den ein oder anderen der aufgeführten Herren in Sachen Beats zurück zu greifen. Neben Brettgaranten wie MF Doom, Madlib und J-Dilla durften diesmal auch Fantom Of The Beat (Dank Produktionen für Inspectah Decks "The Movement" bereits mit Wu-Erfahrung), Anthony Acid und Mark Ronson (HipHop-Classic Erfahrung Dank Produktionen für Big Ls-"The big Picture") rann. Unglaubliches LineUp, noch Fragen?
Ich behaupte, dass die bis auf 2 Ausnahmen überragenden Produktionen, wesentlich zum "Hörgenuss" des Albums beitragen.
So ist Beispielsweise MF Dooms Produktion für Guns N’ Razors zwar nicht ganz exklusiv, aber trotzdem so ein unglaubliches Brett, dass schon Oli. P drüber rappen müsste, damit das Ding Scheisse wird. Was Ghost, Trife, Killa Sin und vor allem Cappadonna auf diesem Track veranstalten, ist selbst in Superlativen schwer auszudrücken. Also betreibe ich Understatement und sage: Bombe.
Besonders textlich einfallsreich finde ich „Pokerface“ (Hier werden Hiphop-Game und der momentane Superhype Poker unter einen Hut gebracht) und irgendwie ist auch „ Greedy Bitches“ (Titel sagt alles) sehr lustig. Einfach nur überragendende Musik sind „You Know I’m No Good“ und „Alex“.
Als Ausfälle würde ich die letzten 2 Tracks  "Gotta Hold On" (mit  gräuslichem Beat und klebrigem Gesang) und das Kanye West und Ne-Yo featurende "Black Like That" bezeichnen. Das passt irgendwie nicht richtig. Auch "Good" skippe ich mittlerweile wegen des eher nervtötenden Gesangs häufiger.

Das gibt natürlich am Ende Abzug, aber nur einen kleinen. Am Anfang des Albums wünscht Ghost ein frohes Neues Jahr. Ich sag mal, wenn’ s so gut wird wie die Platte, bin ich mehr als zufrieden.

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here