ChilZim – Das 5. Element

Nach eigenen Angaben ist die Fangemeinde von ChilZim als einem „Underground-Act“ schon enorm groß. Über 100.000 Downloads haben die beiden auf ihrer Homepage www.chilzim.com schon zu verbuchen, und sie sparen nicht mit Vergleichen zu den ganz Großen. Eins wird deutlich an der Pressepräsenz, samt zu rezensierendem Album: die Jungs wollen ins Rampenlicht und glauben tatsächlich, dass sie schon mit einem Fuss drin stehen. Dass sich die Platte namens "Das 5. Element" mit guter Werbung gut verkaufen kann, kann man sich beim ersten Hören jedoch schon gut vorstellen, denn dieses immer belanglos bleibende Potpourri aus, und ich zitiere den Pressetext: Party, „Sozialkritik“, Selbstreflexion, Liebe, Frauen, Battle- und Gangstarap, macht schon deutlich, dass hier ohne Rücksicht auf die geringste Glaubwürdigkeit versucht wird, eine größtmögliche Käuferschaft zu erreichen.

Nun ist das an sich nichts Schlimmes, und ja, man darf auch ruhig damit kokettieren, dass man reich und an der Spitze sein will und möglichst viele Platten verkaufen will, aber bitte nicht so plump und offensichtlich zusammengeschustert wie hier. Nicht nur, dass hier der Einfachheit halber DER deutsche Standardflow ans Mikro gebeten wird, nein, die, häufig aus Anglizismen bestehenden Reime sind teilweise so einfach und schon von anderen „Rampenlicht-Rappern“ so überstrapaziert, dass beinahe jeder Track zum Skippen einlädt. Da der CD keine Tracklist beigefügt ist, verzichte ich darauf, euch Beispiele mit Tracknummern zu geben.

Positiv zu erwähnen sind auf jeden Fall die Beats des Albums, die von ChilZim selbst, DJ Dice, Razor aus Ungarn und DJ Kayob aus München stammen. Die gehen alle gut nach vorne, sind gut ausproduziert und wissen hier und da auch mit einem unbekannten, aber immer passenden Klang zu überraschen. Und die Featuregäste Vanessa S., Jasha, der ungarische R’n’B-Künstler Zila und die Schauspielerin/Rapperin Said geben sich zwar keine Blöße, sind aber auch keine Glanzlichter.

Wer sich also neben die ganz Großen stellt, muss damit rechnen, dass man ihn auch an den ganz Großen misst. Und für ChilZim will die Rechnung einfach nicht aufgehen. Dazu fehlt dem Rap der beiden Münchener in inhaltlicher, sowie in formeller Hinsicht einfach die Substanz. Aber nicht den Kopf in den Sand stecken Jungs: Auch weniger gute Alben können sich gut verkaufen. Hat es alles schon gegeben.

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