VA – Orgi Pörnchen 4

Noch bevor Miss Sophy zu Silvester zum zweitausendsiebten mal "The same procedure as every year" sagen konnte, setzte King Orgasmus One dieses Credo bereits mit seinem ganz eigenen Klassiker Orgi Pörnchen 4 und dem dazugehörigen Soundtrack um. Das Pörnchen-Geschäft wird nun schon seit 2003 im Hause I Luv Money kräftig angekurbelt und der mitgelieferte Tonträger wartet traditionell mit feinstem Rap vom Pornoking persönlich und einigem mehr auf. Das ist zwar schon aus den vorigen Jahren bekannt, es bedeutet aber bei Weitem nicht, dass Orgi jedes Jahr aufs Neue die gleiche Prozedur durchziehen, und den selben Film fahren würde.

Auch diesmal gibt die lange Liste, der auf dem Sampler vertretenen Artists, wieder einiges an Bandbreite und verschiedenen Styles her, wobei sich dabei noch lang nicht alles nur auf "Perverse Swinger" und "Groupies" beschränkt. Mit den Labels Aggro Berlin, Amstaff, Maintheme, Horrorcore, Ghetto Music, Adrenalin, I Luv Money und weiteren ist vieles vom Besten vertreten, was (nicht nur) Berlin zu bieten hat. Und irgendwie haben es die Schöpfer der Compilation geschafft, dass diese Rechnung auch für den Hörer voll aufgeht. Nach einem passenderweise lang gestöhnten Intro, stimmt Mach One "On The Rox" ein.  In der folgenden knappen Stunde werden  von Godsilla über Amir, Isar, She-Raw & Serk bis zu Sido & King Orgasmus, die sich genüsslich die "Eier Lecken" lassen, durchweg gute Songs abgeliefert, die sich mit Sicherheit auch nach mehrfachem Hören nicht zum Einschlafen eignen werden, sondern so einigen Spaß und offene Ohren garantieren.
Ganz besonders großes Kino liefern Sera Finale, der mit seinem eiskalten Flow auf "Niemals" seinen bereits genialen Beitrag auf RCB 2 noch einmal übertrifft, sowie ein feuerspuckender Joka und die ILM-Hausherren Orgi & Godsilla mit ihrer beatunterstützten Karrierebilanz "Cashflow" ab. Fest steht, dass auch diesmal keine Ausfälle auf dem, aus Rap-Sicht, wohl  besten Soundtrack, mit dem ein Porno jemals untermahlt wurde, zu finden sind.

Ob uns Orgi himself in Kollaboration mit MC Basstard das Fürchten lehrt, sich Frauenarzt von "Erotica" (Kamilla) betören lässt oder Bass Sultan Hengzt von "Berliner Jungs" erzählt, auf dem OST zu Orgi Pörnchen 4  geht es wieder richtig zur Sache. Das verwundert zwar angesichts der bereits sehr starken Vorgänger nicht, ist aber dennoch immer wieder ein schönes Resultat, das man mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen darf. Über 20 Titel liefern ein wunderbares Hörerlebnis, bei dem man sich im Hause ILM nicht allein damit zufrieden gab, der Hörerschaft einen gewöhnlich langweiligen Alibi-Sampler vorzusetzen. Die Compilation ordnet sich eindeutig unter die besten seiner Art im vergangenem Jahr deutschen Raps ein. Das heißt: Charisma, Power und jede Menge Spaß. Irgendwie genial, der Orgi.

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