Maeckes & Plan B – Als Wär’s Das Album

Maeckes und Plan B hatten in diesem Jahr die Moderation auf der Mainstage des Splash! übernommen. Ihr eigener Auftritt wurde gut abgefeiert und auch beim Meet&Greet bei rap.de bekamen die Beiden viel positive Resonanz. Und nun ist auch das gemeinsame Album „Als wär’s das Album“ draußen. Dieses gibt vor ein Mixtape zu sein, aber wie sich schnell herausstellen sollte, ist es dafür einfach zu gut.

Die Beats stammen von Peerless, Empulse, Noiscount, Christyle, Marlon, Bustlah, Kontrapunkt, Riff, Instrumens und Maeckes selbst. Und obwohl viele Köche eigentlich den Brei verderben, klingt dieses Album trotz der Vielfalt homogen. Die beiden MCs verstehen es, sich diese Beats mit ihren Raps gefügig zu machen und variieren dabei spielerisch mit Rhythmen, Schnelligkeiten und Betonungen. Das Ganze ist mit viel Augenzwinkern vorgetragen, das aber den, an den richtigen Stellen notwendigen Ernst nicht vermissen lässt. Dabei wird manchmal einfach erzählt wie in „Nur so nebenbei“ und manchmal auch fies gespittet wie zusammen mit Tua und Kaas auf „Orsons kleine Farm“. Also neben selbsterklärenden Simple- und Doublerimes finden wir genauso mehrsilbige, geschachtelte Reimketten und neben minimalistischen Clappern finden wir ebenso ohrenbetäubende Banger. Um es mit dem nächsten Sprichwort zu sagen: Die Mischung machts!

Nun ist es wirklich jeder Song dieses Albums wert, kurz kommentiert zu werden, doch würde mir der Platz bei 27 Songs und Skits hier einfach nicht ausreichen. Daher werde ich nur einige absolute Highlight-Songs erwähnen und ihre Lines für sich sprechen lassen.

Als wunderbaren Einstieg wird im Intro auf der Couch mit der Fernbedienung nach passenden Scarface-Intros gesucht, was herrlich die Grundeinstellung der Beiden zur deutschen Rapszene verdeutlicht. Ich erinnere mich da an eine Line von Tefla: „Zum Glück gibt es noch keine Gangsta-Rapper aus Stuggi!“ So kriegen die Vorzeige-Gangsta des Deutschraps Bushido und Fler auf der Platte des Öfteren ihr Fett weg. Neben direkten Kritiken ist es den Jungs aber wichtiger zu zeigen, wo sie selbst stehen. Auf „Boogie ist der Man“ wird deutlich, dass die Jungs ihren eigenen Weg gegangen sind und auch weiter gehen werden und sie die ganze gespielte Härte der Szene mit einem Lächeln im Rap Härte ohne Inhalt sein lassen.

Aber auch Themen über die Probleme der Gesellschaft finden bei den beiden Unterschlupf. „Heyy“ ist ein Song für vermeintliche Verlierer, die den Arsch hoch kriegen sollten und sie sehen sich dafür selbst als Vorbild. Auch „Säulen der Gesellschaft“ bietet uns eine ironische Analyse der Gesellschaft mit ihren Prototypen, die eigentlich das Gegenteil dieser Säulen sind. Mit dem Song halten die beiden den Hörern einen sehr humorvollen Spiegel vor, der einen desto nachdenklicher zurücklässt.

In „Er/Sie Pt.1 & 2“ überraschen die Jungs mit feinstem Storytelling über eine Kriminalgeschichte, die sich mit vielen schnellen Sprecherwechseln um dumme Missverständnisse aufbaut. Und der Skit „Ein Gespann, zwei Pferde und ein echter Kutscher“ ist ein 49 Sekunden andauerndes Wortspiel, das mit seinen gefühlten 20 Sekunden zwar viel zu kurz ist, aber dennoch ein absolutes Reim-Highlight 2006.

Wem das noch nicht genug ist der checke bitte noch diese nebenbei abgefallenen Punchlines:

„Einundhalb Nummer Größer Rmx“: Komm ich nackt, sagt ihr: guck mal, da ist Elephant Man.
„Kaos“: Ich komm mit 745 Typen in dein Dorf gerannt, die mir nur hinterher rennen, weil die denken, da gibt’s nen Arbeitsplatz.
„Der große Curt Cobainsche Bang“: Ich bin die deutsche Version von Fler und vertrete Deutschland beim Grand Prix d’Eurovision.
„Hör doch auf“: Ich brauch das große Geld nicht, Mann ich rap für den Block, denn meine erste Million mach ich sowieso mit Pfefferminzdrops.
Was ich mein‘ wenn Leute mich dope finden? Mir scheissegal, ich bin nicht Maeckes nur seine deutsche Synchronstimme.

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