55 Alkis – Code Alk

  „…mein Kopf ist gefickt, ich bin wohl viel zu nüchtern, jetzt wird erst mal Alk gekippt, ich spitte Hits für die Kids, bis jeder Alki is…“

Code Alk’ ist der Name und der ist Programm. Das Album ist auf Buckwheats Records, dem Label von Seperate erschienen. Die Arbeitsweise von 55Alkis, bestehend aus Vince, Juce und Üba3ba, erklären die Jungs am besten selber: „Ging alles ziemlich schnell. Wir haben 2-3 Monate jeden Tag im Studio gehockt. Von morgens um elf bis abends spät. Mittags waren wir schon direkt voll. Das ging dann auch so weiter.“  Wer das Album gehört hat, glaubt ihnen ohne zu zögern. Ob er nun nur dem Rausch dient oder dazu Frauen abzuschleppen, Alkohol bleibt das Thema Nummer 1. Die beinahe durchgehend kopfnicktauglichen Beats stammen von Sanssay, Streekay, Tasi, Mindbrake, Bob Jackson und Brain Uzner und sind gelungen. R’n’B-angehaucht, ab und an sehr funky, sprich clubtauglich. Mit einem Feature von Marlon B. (Söhne Mannheims) kommt ‚Lil Stereo’ übrigens sogar Reggaelastig daher. Für ‚Code Alk’ muss man entweder selber gerne/gerade 1,7 Promille haben oder sich einfach drauf einlassen. Dann hat man damit definitiv Spaß.

Nach einem völlig überflüssigen Intro geht es direkt gut los:

„durch die Hintertür, wie sonst, Party wartet: 55 Alkis steppen rein, Party startet“

Nicht ohne Selbstironie geht es übertrieben prollig mit ‚BlingBling’ in die nächste Runde „Ich step grad in Club und treff diese Kleine, red kurz mit ihr: „Äh ja ich bin MC“ nehm sie zu mir, fick und ripp dann ihr Handy“. Schwer represented, aber sich selber nicht zu ernst genommen, wird dann in ‚Wach auf’. Es folgt ‚Groupies’, ein Track der sich, wie unschwer zu erkennen, mit einer bestimmten Art Frauen beschäftigt. ‚Fuck mein Shaizz nich ab’ ist dann eine Abrechnung mit Major Labeln:

„Ey dieser Ficker von Sony hat mein Homie abgezockt, hat mein Homie nicht gedroppt, trotzdem kriegen wir sein‘ Kopf“.

Hervorragend. Auf einem ‚Versaut’ Skit und dazugehörigen Track geht es dann wieder um leicht abschleppbare Frauen. Hier stehen 55Alkis übrigens bei der Wortwahl Berliner Porno-Rappern in nichts nach. Beinahe deep ist ‚Das Leben ist nicht hart’. Manchmal ist es das nämlich doch: „aber Kopf hoch Bruder, es geht trotzdem weiter“. Vom Schmunzeln zum Lachen kam ich dann allerspätestens bei ‚Alkie Baby’ einem Schmusesong, eine sanfte Liebeserklärung an den Alkohol der hier „…du bist mein Rausch, du bist alles was ich brauch, ich geb dich nicht auf…“  mit einer Frau verglichen wird. ‚Mumi’ ist dann wohl eine tatsächliche Liebeserklärung an die Frau als Solche. Oder doch nur an ihre primären Geschlechtsorgane? ‚Lil Stereo’ rundet das Ganze dann nochmal mit reinem Blödsinn ab. „Der Shit ist laut und bleibt voll übertrieben, bin mit mir und der Alkis-Tour zufrieden.“

Ich könnte ewig so weiter zitieren, aber irgendwann ist auch die schönste Review zu Ende. Wer den Jungs bei ihrer Lieblingsbeschäftigung zugucken will, sollte sich unbedingt das Video auf buckwheats.de angucken, denn:

„…einer geht noch

du kannst noch nicht gehen
einer geht noch
du kannst doch noch stehen…“

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