Prozack Turner – Bangathon!

Prozack Turner‘s Erstlingswerk, welches auch von Masterminds wie Pete Rock, The Alchemist, Madlib & J.Dilla mit geformt wurde, konnte ihn nicht wirklich in der Topliga der Left-Coast-Elite etablieren, da es nie releast wurde. Ist er deswegen weniger motiviert? Kann man so nicht sagen, denn sein Release „Bangathon!“ zeigt teilweise äußerst anschaulich, wo die Stärken des kalifornischen MC’s zu situieren sind.

In Puncto Technik und Delivery kann man keine wirklichen Defizite ausmachen, einzig seinen äußerst unbeweglichen Hooks sollte er in naher Zukunft mal etwas mehr Eingängigkeit verleihen. Schön auch, wie der Mann seine Stimmungen in seiner Stimme zu variieren weiß. Während dem von Oh No produzierte „Rhymin Over Breakbeats“ eine durchweg aggressive Intonation zu Grunde liegt, was der Battle-Thematik des Songs nur zuspielt, so lässt  Prozack seine Delivery auf „Something In The Air“ doch eher mit leisem Tone dahinfließen. „World’s An Uproar“ knüpft dort an, überzeugt vor allem durch das atmosphärische Sample, welches Quincy Tones schön integriert hat, und befasst sich augenscheinlich mit Prozack’s Erziehung sowie seinem sozialen Umfeld und den Folgen dessen auf seinen Charakter und seine Mentalität. Chillig geht es auch bei Jake One’s Produktion „Ya’ll Ain’t Fussin‘ With Us“ zu, auf welchem ein gewisser Marc Stretch dem guten Prozack eiskalt die Show stiehlt.

Mit den Produzenten Quincy Tones, Oh No, Paul Nice und sich selbst hat Prozack Turner keine schlechte Wahl getroffen. Quincy Tones hinterlässt hierbei den besten Eindruck, wobei man zugestehen muss, dass 9th Wonder hier als unwiderlegbare Inspiration zur Seite gestanden hat. Paul Nice kann mit „The Ballad Of Adriana Sage“ einen der besten Tracks des Albums verbuchen. Hingegen bleibt Oh No doch unerhört blas auf Prozack’s Album. Sei es „I Wanna Go Home“, „Stand Up“ aber auch „Fifty Pound Radio“. Im Ansatz nicht schlecht, aber die Verarbeitung jedoch lässt Einiges zu wünschen übrig. Ähnliches bei Prozack selbst, der etwas seltsame Soundschemen bei „Hungry“ und „Bangathon“ kreiert, die zwischen Rock und 80iger-Pop anzusiedeln sind.

Jedenfalls kann Prozack Turner im Ansatz, speziell wenn es die Raptechnik und die Delivery betrifft, überzeugen. Ansonsten ist das Album etwas zu zerrissen und zu verwirrend zusammengestellt. Auf der einen Seite finden sich wirklich großartige Songs, während daneben durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Tracks koexistieren. 

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