Cmpdre – California

Aus Sacramento erreicht uns das Debütalbum der Gruppe Cmpdre (Sprich: Compadre) mit dem Titel „California“. Die zehnköpfige Band um die Frontmänner Wes Krave und Absolom Jones wartet mit einer Mischung aus HipHop, R`n`B, Rock, Jazz und lateinamerikanischen Klängen auf. Die Produktion kommt mit wenigen Loops aus, das meiste wurde live mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards eingespielt.

Inhaltlich wird vor allem die Beziehung zwischen Mann und Frau aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Krave und Jones erzählen von eigenen Verfehlungen („Time“), kurzlebigen Abenteuern („ICU“. „Soul Senorita“) und den Gelegenheiten, die sich ihnen im kalifornischen Nachtleben bieten („Not A Player“). Allerdings präsentiert sich Cmpdre auch durchaus politisch: So thematisiert z.B. „Peace Of Mind“ die militärische Vergangenheit der beiden Frontmänner, eine Angelegenheit, die der Band am Herzen zu liegen scheint: Ein Teil des Profits aus den Plattenverkäufen soll an Organisationen gehen, die US-amerikanische Irak- und Afghanistan-Veteranen unterstützen. Auf „Reality“ wird exemplarisch das traurige Schicksal einer Familie geschildert, die illegal in die USA eingewandert ist. Auch „My Eyes Part I + II“ beschäftigen sich mit Missständen in der US-amerikanischen Gesellschaft. Ein Stück über das Aufwachsen an der kalifornischen Westküste („Cali Dreamin`“) und die Smoker-Hymne „Weed Go“ runden die LP ab.

Musikalisch vereint „California“ wie bereits erwähnt viele verschiedene Einflüsse. Das Ergebnis lädt weder zum Durchmachen im Club, noch zum Bouncen im Lowrider ein, ist dafür aber perfekt zum Loungen in einer Bar bzw. zum Hüften-Schwingen am Strand geeignet. Soll heißen: „California“ bietet uns durchweg gefällige Arrangements, von denen am Ende allerdings nur wenig hängen bleibt. Dazu trägt auch die immer gleiche Songstruktur bei: Eine gerappte Strophe, gefolgt von einem gesungenen Hook, untermalt von einem (häufig zu) entspannten Instrumental.

So entspricht in diesem Fall das Artwork der CD tatsächlich dem Vibe der Musik: Das Album ist am ehesten etwas für laue Sommerabende in Gesellschaft. Man kann die CD durchhören, ohne aufzuhorchen, „California“ plätschert so dahin…      

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