J Dilla – Donuts

Eigentlich wird man von einem einzigen Donut nicht satt (vorausgesetzt, man ist kein Bulemie-krankes Supermodel… da dürfte das hinhauen). Detroit-Mastermind J Dilla aka Jay Dee hat beim Erschaffen seines neuen Werkes "Donuts" wohl den selben Gedanken gehabt und ein kulinarisches Meisterwerk mit insgesamt 31 Häppchen, die mit Spielzeiten um ein- bis eineinhalb Minuten aufwarten, zusammen gestellt. Hier gibt es keine vertrockneten Goodies – von Anfang bis Ende sind die Dinger exquisit wie "Dunkin Donuts".

Für die Nachwuchs-MC’s wartet hier jedoch kein weiteres Instrumental-Album, dass es nötig hätte, mit Rhymes & Flows bestückt zu werden, auf. Dilla schafft es mittels vielfältigem Sample-Konsum und extraordinärem Musikverständnis, "Donuts" eingeständig, unvergleichlich und flexibel zu gestalten.

"Soulful" trifft es wohl am Besten, denn was hier passiert, beinhaltet mehr Soul als der Großteil der vergangenen Releases dieses Genres. So gesellt sich Dionne Warwick auf "Stop!" an die Seite von Dilla und wird ein weiteres Mal geflippt und zerschnitten (Just Blaze benutzte den selben Sample für Usher’s "Throwback"). Gute Bekannte, deren Song "Rubberband" in gesampelter Weise kürzlich erst von The Game & 50 Cent auf "Hate It Or Love It" berappt wurden, hat Jay Dee auf "Dilla Says Go" mit einem gänzlich differenzierten Soundgewand dargestellt. Weiteres aus dem Genre "Soul" findet auf "Light My Fire", "Mash", "Bye", "Two Can Win" und "U-Lov" Verwertung. Gänzlich bezaubernd wirken "Time: The Donuts Of The Heart" und das überdimensionale "Gobstopper".

Ob "One For Ghost" tatsächlich mal für Ghostface gedacht war, weiß ich nicht zu bestätigen doch mit 100%iger Sicherheit wäre ein gutes Zusammenspiel zwischen Beat und MC daraus geworden. Das Ghostface minimalistische Produktionen vergoldet, ist spätestens seit "Cherchez La Ghost" bekannt.

Daneben sind extraordinäre Varianten a la "Da Factory" und "Geek down", welches von ESG’s "UFO" getragen wird, zu verzeichnen. In Puncto Oldschool-Flavour kann das gänzlich minimierte "Stepson Of The Clapper" in perfekter Boom-Bap-Struktur glänzen und dürfte selbst beim härtesten Oldschool-Hasser einen Harlem-Shake-Einsatz einfordern.

Vor ungefähr 20 Minuten kam die Nachricht, dass J Dilla seiner langen Krankheit erlegen ist. Dieser Schock sitzt tief, denn wer dieses Album gehört hat, weiß, was HipHop durch seinen Tod verloren hat. R.I.P. J Dilla!

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