Slum Village – Slum Village

Wenn HipHop-Fans den Namen Detroit hören, denken die meisten natürlich an Eminem und seine D12. Wer sich etwas besser auskennt, wird aber beim zweiten Mal drüber nachdenken auf ein weiteres Mastermind kommen, das ebenfalls der MotorCity entsprungen ist: die Rede ist von Jay Dee.

Den Bogen von Jay Dee zu Slum Village, um die es ja hier ja eigentlich gehen soll, zu schlagen, ist nun keine große Schwierigkeit, handelt es sich hierbei ja um seine frühere Gruppe.
Wenn wir nun mal andenken, wie die Leute wohl auf D12 reagieren würden, wäre EM nicht mehr in der Band aktiv, sind wir wieder bei Slum Village und J Dilla angelangt, denn die Aussage ist klar: Da fehlt was.
Die Jungs aus Detroit werden wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit, oder bis Jay Dee zurück zur Band kommt, diesen Spruch hören, aber sollte man ihnen vielleicht nicht doch auch ohne Dilla eine Chance geben?

Man sollte, den schon der erste Track ihres neuen Albums mit dem wunderbar einfallsreichen Titel „Slum Village“ haut mich gewissermaßen vom Hocker. „Giant“ kommt mit einem großartigen Beat und Elzi und T3 lassen mit wunderbarem Flow einige Ereignisse der letzten Jahre vor den Ohren des Zuhörers nochmals passieren. Der gesamte Frust über das Verhalten diverser Plattenfirmen und das Verhalten einiger Leute wird zu großem Kino verarbeitet: Einstieg gelungen.
Auch „Set It“ überzeugt mich. Harte Drums und schöne Samples ergeben was? Einen schönen Beat.
Über die ausgefeilten Raps von Elzi und T3 brauche ich eigentlich kein Wort mehr verlieren. In Sachen Flow und Raptechnik spielen die Jungs in der aller ersten Liga. Dazu kommt ein gelungenes Feature von Neo-Soul Sänger Dwele und hinter dem Mic ist alles in Bester Ordnung. Es ist nicht nur erfreulich, dass die Jungs thematisch auf vielen verschiedenen Ebenen agieren auch von den Beats hat mich auf dem gesamten Album wirklich keiner enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Hauptproduzent Young R.J. hat saubere Arbeit abgeliefert.

Am Ende ist dieses Album mit 47 Minuten Spielzeit zu kurz und auch die Bonus DVD kann mich über den arg beschränkten Zeitrahmen nicht hinwegtrösten. Andererseits ist diese LP so gelungen und abwechslungsreich, dass ich sie mir ohne ein Lied zu skippen komplett anhören kann. Das ist mir schon länger nicht mehr passiert.
Besonders gefallen haben mir „Giant“ das hat in diesem Fall sehr viel mit dem Beat zu tun und „1, 2“ das hat wiederum mehr mit den Raps und der zu Tage gelegten Raptechnik zu tun. 
Eigentlich frage ich mich ja, warum über dieses Album, dass ja bereits erhältlich ist, nur so wenig gesprochen wird und wann endlich Slum Village auch ohne Jay Dilla ernst genommen werden können? Eminem wollte sich doch aus dem Rapgeschäft zurück ziehen, wollen wir von nun an nicht mal ein wenig über D12 sprechen?

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