Juelz Santana – What The Game’s Been Missing

He’s back! Nein, eigentlich war er ja nie weg. Mit seinen Mixtape-Releases und etlichen Features hat Juelz es geschafft, den Buzz um seine Person stets am Siedepunkt zu halten. Die „Back Like Crooked Crack“-Reihe erweiterte die Fanbase um den jungen Harlem-MC stetig. Nun hat er sich noch einen Partner aus dem dreckigen Süden genommen, mit dem er in nächster Zeit ein weiteres Release auf den Markt werfen wird. Die Rede ist hierbei von niemand Geringerem als Young Jeezy aka Trap Star, mit dem er das „Best Of Both Hoods“-Projekt in Planung hat. Vorher dürfen sich seine Fans jedoch an seinem aktuellen Album „What The Game’s Been Missing“ ergötzen.

Was einen hierauf erwarten wird, ließ der Harlem-Boy im Vorfeld schon mit seinen beiden Singles „Mic Check“ und „There It Go“ erkennen – ein imposantes Manifest für die Straßen und ein gepfiffener Tanzflächen-Burner. In den Clubs werden sich in den nächsten Wochen definitiv noch zwei weitere Stücke einfinden – das bangende „Clockwork“ und der Partystarter aka „Freaky“.

Daneben hat Juelz ganz viel Feuer für die Straßen recordet. Sei es nun das überragende „Rumble, Young Man, Rumble“, das an Damian Marley’s „Welcome To Jamrock“ angelehnte „Murda Murda (ft. Killa Cam)“ oder das brutale „Violence (ft. Bezel)“. Da vibriert dann wirklich alles, und der Begriff „Banger“ wird als Synonym gebraucht, wofür er denn im Eigentlichen auch stehen sollte.

Etwas ruhiger geht es Juelz dann auf „This Is Me“ an. Ein schöner Sample, der ebenfalls bei Pal One’s „Freiflieger“ zum Einsatz kam, bietet Santana den passenden Background um seinen Day-to-Day-Struggle preiszugeben. Auf „Daddy“ bekennt er sich dann stolz zu seiner Vaterrolle und lässt seinen Jungen wissen, dass er immer für ihn da sein wird – auch wenn die Windeln noch so dreckig sein mögen. Weiterhin beschreibt er, dass er ohne Vater aufgewachsen ist und seinen Sohn nicht durch eine ähnlich harte Situation schicken möchte. Dies lässt er auch auf „Shottas (ft. Sizzla & Cam’ron)“ anklingen – und setzt sich dafür ein, dass man Frauen anständig behandeln soll. Er selbst wuchs unter Frauen auf und respektiert diese voll und ganz. Das ist doch mal eine löbliche Einstellung!

In die selbe Kerbe schlägt „Gone“, welches auch äußerst persönlich ist. Für Storytelling hat sich Juelz dann auf „Lil‘ Boy Fresh“ Zeit genommen, welches von einem Drogendealer in den Straßen erzählt (fiktionale Selbstreflektion?). „Whatever You Wanna Call It (ft. Hell Rell)“ ist zwar eher ruhig gehalten, trotzdem sehr schön in der Ausführung.

Natürlich gibt es auch ein paar Songs, die eigentlich nicht erwähnenswert sind, denn bei 21 Songs zeichnet es sich schwierig, das Level konstant hoch zu halten. So fallen „Kid Is Back“ und „Good Times“ definitiv aus dem Raster – die klingen irgendwie erzwungen und passen nicht so gut ins Gesamtkonzept. „Changes“ ist dann so eine typische 08/15-Nummer, bei der ein R’n’B-Sänger, hier Razah, die Hook mit ganz viel Pop-Appeal bringt und der käsige Beat trägt auch seinen Teil dazu bei, dass man den Track schnell vergessen will.

Ist alles nicht weiter tragisch, da der Rest des Albums das Potential des Harlem-MC sehr gut zu präsentieren weiß. Man sollte vielleicht noch kurz auf die Production-Credits eingehen, denn außer den Heatmakers sind keine sonderlich bekannten Namen drauf. Shottie, the Ratt Pakk, Develop, Manti, Neo da Matrix und Reefa sind da als Verantwortliche eingetragen. Einzig die Doe Boys, die schon für Lil‘ Wayne’s „The Carter II“ einige Brecher gelacet haben, sind in meinem Gedächtnis präsent. Was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass Juelz Santana ein großes Album an den Start gebracht hat und jetzt wieder ein paar neue Dipset-Anhänger mit 8fach-XL T-Shirts und verrückten Farbkombinationen aus den Boden sprießen werden. „It’s Dipset, bitch – eyyyy!“

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