Dwele – Some Kinda

Mit „Subject“ hat Dwele dem NeoSoul anno 2003 schon ein kleines Meisterwerk beschert, und somit dürften die Erwartungen für sein zweites Album „Some Kinda“ im Vorfeld unter Liebhabern ins Unermessliche gestiegen sein. In der Zwischenzeit vergoldete der Detroiter Produktionen der Platinum Pied Pipers (darunter das wunderschöne Bobby Coldwell-Remake „Open Your Eyes“) oder der Slum Village.

„Some Kinda“ macht eigentlich genau da weiter, wo „Subject“ aufgehört hat. Einzig die Tatsache, dass HipHop auf dieser Platte ein höherer Stellenwert eingeräumt wurde, ist neu. Während man auf „Subject“ größtenteils mit eher sanften Tönen im Stile von „Hold On“ oder „Without You“ bedient wurde, verinnerlichte Dwele für „Some Kinda“ eine gehörige Portion Boom-Bap-Klänge. So ist es auch kein Wunder, dass T3 & Elzhi aka Slum Village auf „Keep On“ kräftig Schützenhilfe leisten und hier ein Brett von einem Beat aus den Fugen hauen. „I Think I Love You“, welches auch gleichzeitig als erste Single fungiert, hat hingegen eine eher ruhige Note, ist jedoch ziemlich catchy.

„Holla“ ist schon wieder richtig HipHop, jedoch nicht minder mit dem Ohrwurm-Syndrom gesegnet. Das monumentale „A Pimp’s Dream“ hat dann auch noch einen gewissen Jazz-Touch, da es über die komplette Spieldauer von einer Trompete begleitet wird. Hierzu dann noch Dwele’s imposante Vortragsweise und fertig ist ein weiterer Favorit.

Das Wort „Favorit“ sollte meiner Meinung in riesiger Schrift über das Cover der Platte ragen, denn das ist „Some Kinda“ auf jeden Fall. Da tut auch das 1zu1-Remake von„Find A Way“, welches unter dem Titel „Know Your Name“ keinen Abbruch mehr. Wenn Dwele gegen Ende sein volles Können auf „Some Kinda“ darbietet, dürfte auch das letzte Soul-Herz erobert sein. Die Jazz-Fanatiker dürfen bei „Wake The Baby“ dann noch einem besonders schönen Stück Musikgeschichte beiwohnen. Hier teilen sich Dwele und der Saxophonist Boney James das Instrumental und spornen sich jeweils durch ihre Performances zu Höchstleistungen an. Wer anfangs dachte, Dwele wäre ausschließlich ein Sänger, der hat sich getäuscht. Er hat auch einen Großteil der Kompositionen auf „Some Kinda“ selbst geschrieben und mittels Piano oder Keyboard umgesetzt.

Am Ende der Platte angekommen, ereilt einen das Gefühl, dass es an der Zeit wäre, die Play-Taste ein weiteres Mal zu betätigen und wieder in die fabulöse Soundwelt Dwele’s abzugleiten. Man möge dem Yoga abschworen und sich statt dessen eher von Dwele berieseln lassen. Die entspannende Wirkung ist so oder so gesichert, nur der Arbeitsaufwand unterscheidet sich enorm.

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