Mary J Blige – The Breakthrough

Es gibt – und Gott sei es gedankt! – immer mal wieder Alben, die kann man sich ungehört kaufen. Wenn Mary, die Queen aller HipHop- und Soul-Balladen, ein Album fertig hat, dann darf man getrost sein Geld, beim verantwortlichen Händler für Musikproduktionen hinterlassen, denn da gab es bis zum aktuellen Release noch keinen Ausfall zu vermelden.  

Das einzig Blöde daran ist, dass mir als Autor von Reviews und Ähnlichem langsam die lobhudelnden Worte zum nun mal vorhandenen Fakt ausgehen. Mary J Blige ist in Bezug auf stimmliche Vereinnahmung unantastbar, von hinterlassenen Emotionen will ich gar nicht erst anfangen. Da sind 14 Jahre Erfahrung im Spiel, da passiert kein Verriss! Oder doch? Ich suche die Nadel im Heuhaufen. „No One Will Do" vielleicht? Da liegt der Fuchs auf keinsten Fall begraben, das nenne ich einen soliden Opener. „Enough Cryin“? Ugh Ugh. Midtempo, ergänzt von zwei zauberhaften Stimmen: Kein Fehler. „About You“? Auch nicht. Ganz im Gegenteil. Da vermischt sich Gänsehaut-Voicing mit Will.I.Am´s glücklichem Händchen für Sound-Ideen und –Samples, wie dem hier verwendeten „Feeling Good“ von Nina Simone. Seinen Job gut gemacht, hat auch Jay-Z, der ebenfalls mit einem Sample spielte, und für seinen Feature-Track "Can’t Hide From Luv" Willie Hutch´s „I Wanna Be Where You Are“ neu interpretierte. „MJB Da MVP“ bediente sich, wie schon durch die Betitelung nur schwer zu erraten, geschickt bei Fifty und The Game, und dem, meines Erachtens nach noch weitaus größerem Klassiker – nämlich Roy Ayers´ „Everybody Loves The Sunshine“. Wer den Track nicht kennt, kennt Musik nicht! Mir egal, ob diese Hierarchie hier irgendjemand anders sieht. „Gonna Breakthrough“ wiederum ist der Slammer schlechthin, da gibt es ein Wiederhören mit „Champ“ – stilvoll "geklaut" bei The Mohawks … und dann passiert´s auf einmal doch: Das Haar in der Suppe, ich habe es tatsächlich gefunden. U2, ihr lieben Gutmenschen, wäre dann wohl das, was man sich, wenn man so will, hätte sparen können. Das erdreiste ich mir, total subjektiv betrachtet, so zu sagen – Respekt hin, Respekt her.  

Was bin ich froh, dass den Vergleich mit Bono immerhin noch ganze zwei Male Raphael Saadiq aufnimmt, und so dann, via perfekter Symbiose zweier Sangeskünstler, die sich auch mit Fug und Recht so nennen dürfen, meinen Favoriten der aktuellen Mary-Ausgabe stellt: "I Found My Everything". Yes, me2 – auf black velvet chillt es sich immer noch am besten!

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