Bun B – Trill

Das die Crew UGK hierzulande nicht besonders viele Anhänger haben dürfte, geschweige denn überhaupt Leute, die außer ihrem Feature zu Jay-Z’s „Big Pimpin“ irgendeinen Song von den Underground Legenden aus Houston kennen, ist kein Phänomen. Eigentlich haben es Bun B und der momentan inhaftierte Pimp C selbst in den Staaten noch nicht in die Liga der Big Dawgs geschafft, zumindest was die Verkaufszahlen und den Bekanntheitsgrad angeht. Während Pimp C noch ein wenig in seiner Zelle vor sich her döst, hat Bun B die Sache in die Hand genommen und mit massenhaft Features sowie einer stabilen Mixtape-Rotation (darunter auch ein „Southern Smoke“-Mixtape, welches er mit seiner Crew The Middlefingaz gehostet hat) einen guten Buzz für sein Solodebüt „Trill“ kreiert.

„Trill“ wird auf eine Person bezogen, welche starken Respekt genießt und verbindet die beiden Wörter „true“ und „real“. Erklärt und verbildlicht wird das auf „Trill Recognize Trill“, welches von Ludacris begleitet wird, der, wie so oft in letzter Zeit, seine Erfolge aufzählt und ein wenig mit der Kreditkarte rumfuchtelt – mit gewohntem Killerflow, versteht sich. Ähnlich brachial ist auch das energische „I’m a G“, bei welchem ein weiterer Gast aus Atlanta Platz im Studio genommen hat. Die Rede ist hier vom selbsternannten „King Of The South“, T.I., der das robuste Stück mit seinem Können enorm bereichert. Um diese Vibration in der Magengegend beizubehalten sollte man danach unbedingt das Prunkstück des Albums, die Hommage an den wichtigsten DJ Houstons und Initiator der ScrewedUp-Bewegung, DJ Screw, der vor nicht allzu langer Zeit an einer Überdosis Codeine verstarb, genießen. Gemeinsam mit den H-Town Allstars (darunter Hochkaräter a la Slim Thug, Mike Jones, Lil Flip, Lil Keke und Paul Wall) steigt „Draped up“ zur absoluten Hymne auf. Lyrisch sehr anspruchsvoll und sehr interessant zeigt sich hingegen „The Story“. Hier erzählt Bun die Geschichte des UGK‘ Weges und Journalisten können von nun an auf eine hörbare Biografie verweisen.

Die Gastrapper spielen auf diesem Werk definitiv eine sehr große Rolle, was natürlich auch zeigt, wie viel Respekt der UGK entgegen gebracht wird. So philosophiert Bun mit Scarface auf „Pushin“ über das Street-Biz, zieht mit Jazze Pha auf „I’m ballin“ durch die Clubs oder zeigt gemeinsam mit Mike Jones (Mike, who?), Baby und dem Ghetto-R’n’B-King Trey Songz ein wenig Herz für die Frauenwelt („Hold U down“). Nicht vernachlässigen sollte man „Get throwed“, denn für diesen Song droppten nicht nur Z-Ro, Young Jeezy und Jay-Z himself ihre Reime – auch Pimp C nahm den arg von der Ostküste inspirierten Beat als Aufhänger, um ein paar Zeilen in das Münztelefon des Gefängnisses zu hauchen.

Ein altes Sprichwort besagt: Nicht alles was glitzert ist Gold. So findet man auch bei Bun B’s „Trill“ einige Schwächen. „I’m Fresh“ mit Mannie Fresh ist eine davon. Mr. Fresh ist nach seinem Weggang von Cash Money wohl seine Kreativität verloren gegangen. Auch das von der Bay Area inspirierte „Who Need A „B““ mit Too Short und Juvenile kann keinen großartigen Vibe erzeugen. Vollkommen überflüssig ist definitiv das von Collipark gelacte „Git It“, welches zu allem Überfluß auch noch die Ying Yang Twins featuret. Uninspiriert könnte man es nennen… bei Lil Jon ging das eine Zeit lang gut – man wird mir wohl zustimmen, dass niemand 50 leicht geänderte Versionen von „Wait“ gut heißen wird.

Mit „Trill“ hat Bun B seine Position im Game schon mal klar definiert und kann sich mit einem guten, ausbalanciertem Album brüsten. Eine sehr gute Ausgangsbasis für den Einstieg der UGK ins ganz große HipHop-Biz. Ihr wisst ja: Free Pimp C !

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