Talib Kweli – Right About Now – The Official Suckafree CD

Was heutzutage schon alles als Mixtape durchgeht ist unglaublich. Überhaupt, Mixtapes zu releasen scheint eine neue Disziplin geworden zu sein. Jedenfalls macht jetzt schon jeder x-beliebige Rapper eins. Frei nach dem Motto: Haste keins, biste nichts.  

Doch was für eine Perle von Mixtape mir hier untergekommen ist, kann man schon eher als konzeptfreies Album laufen lassen. „Right About Now – The Official Suckafree CD“, Talib Kwelis erster großer Release seit „The Beautiful Struggle“, verweist jedes andere aktuelle Mixtape auf die Plätze.  Das „Right About Now“ es auch locker mit einem Album diesen und der letzten Monate aufnehmen kann, wird euch diese Review beweisen. Also aufgepasst, ’cause it’s about time!    

Los geht es mit dem oldschool-geküssten „Right About Now“ auf dem Kweli uns auf die berühmt berüchtigte Memory Lane mitnimmt und uns seinen bisherigen Werdegang noch mal präsentiert. So werden eine Menge Leute, wie z.B. Mos Def, Common und Kanye West geshoutet, aber auch weniger gute Worte über Interscope gedroppt: „They try to fool you by switching the name to Geffen / now it’s the interscope bitch and every artist who had a chance left them / ain’t no big surprise, it just wasn’t no love there / Jimmy Iovine never signed me / I just kinda ended up there.” Somit wäre wohl alles zu diesem Thema gesagt. Daher also auch mal wieder der Versuch, es mit diesem Album independent zu reißen. Dass Koch Records für solche Unternehmungen nicht der schlechteste Partner ist, dürfte ja spätestens seit den Diplomats jedem bekannt sein.

Gleich im Anschluß des Titel-Tracks feuert uns Needlz ein Brett von Synthie-Beat um die Ohren. Auf „Drugs, Basketball & Rap“ machen Kweli, Planet Asia und Phil da Agony klar, dass die schwarze Community eben doch mehr zu bieten hat, als nur diese drei Worte. Consious Rap at it’s finest im neuen Synthie-Gewand; Nice.  

„It’s right about time you heard the rhyme flow / Doom and Kweli catch you with the combo”. Richtig gelesen: Auf “Fly That Knot” kommt es zur Über-Combo Kweli/MF Doom. Dass dieser Track unweigerlich dope sein musst, braucht hier eigentlich nicht noch mal erwähnt zu werden. The Fyre Dept. steuern einen straight nach vorne gehenden Beat bei, während Doom und Kweli nichts als die Warheit spucken: "I don’t know why people trying to be like what they are not, I gotta blow up their spot  so I fly that knot … free the radio population – Kweli and Doom, 1,2 the combination.” Geht gut ab und direkt ins Ohr.  

Mein persönlicher Sureshot von diesem Album ist „Ms. Hill“, der niemand geringeren als Ms. Lauryn Hill persönlich gewidmet ist. Eine Art offener Brief an die Front-Frau der „Fugees“ bringt die ganze Liebe und Beachtung für diese Ausnahmekünstlerin zum Ausdruck. „I wanna walk through the storm when the rain is pouring and I can be her umbrella, when the rain is pouring, please is no disrespect to whoever your man is though,  this relationship is strictly musical like D’Angelo”. Word! Und wer nicht auf der Hook hängenbleibt, dem kann leider auch nicht mehr geholfen werden.: “Ms. Hill, you got skills  that’s a gift, it’s real get ill, what you spit got the power to uplift a hill” Wirklich großartige Lyrics, die wieder einmal Kwelis enormes Talent für sehr gutes Storytelling unterstreichen.  

Und schwelgt man gerade noch in romantischen Gedanken, reißt Dave Wests Hammer-Produktion „Flash Gordon“ den Hörer schonungslos raus und bringt ihn auf einen futuristischen Trip, der, gepaart mit Kwelis Lyrics zu einem wahren Höhepunkt wird. Da man somit sowieso schon fleißig am Neck-Breaken ist, kann man dankt dem nächsten Track auch gleich noch den Rest seines Körpers auf die (imaginäre?) Tanzfläche schicken, denn auf „Supreme Supreme“ gibt es eine inoffizielle Black-Star Reunion, die beweist, wie fantastisch Mos und Kweli miteinander harmonieren. „Ghetto People it’s time to rise – Baby get involved, go side to side“ Hell Yeah!  

Zum Abschluß noch ein Track, der mich besonders überrascht hat : “Where You Gonna Run”. Für alle die meinen, außer Missy gibt es keine akzeptable Rapperin, sollte sich diesen Song bitte genau anhören. Am Besten gleich mehrmals hintereinander. Danach könnt ihr rausgehen und jedem der es hören und nicht hören will erzählen, wie ihr von Jean Grae verbal zerstört wurdet. Diese Frau muss man einfach für ihren Rap lieben. Nicht, weil sie eine Frau ist, sondern weil sie eine unglaubliche Dichterin ist. Punkt. (Und das von jemanden, der Frauen-Rap nicht mag.) Grae und Kweli sprechen auf diesem Joint von ihrer Zukunft. Dass Talibs eigenes Label Black Smith Music eine goldene haben wird, ist mit einem Signing wie Jean Grae nicht verwunderlich. 

Auch wenn ich beim ersten Hören nicht so begeistert war, doch: „Right About Now“ ist ein exzellentes Mixtape/Album, dass mit einem Talib Kweli in Höchstform auffahren kann. Zwar hat Dilla schon bessere Beats hingelegt und  bleibe ich auch weiterhin der Überzeugen, dass Kweli auf Kanye West Beats am Besten klingt, aber wenn das „nur“ der Spiegel von Kwelis derzeitigem State-Of-The-Art ist, freue ich mich schon auf das nächste richtige Album. Hoffentlich komplett von ’Ye produziert…

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