F.E.A.R

F.E.A.R. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich eine Spezialeinheit der US-Armee namens First Encounter Assault Recon, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bedrohungen für Ordnung und Gesellschaft durch paranormale Phänomene auf den Grund zu gehen…

Bei der Bedrohung in unserem ganz speziellen Fall handelt es sich um den mit übersinnlichen Kräften ausgestatteten Kommandanten Paxton Fettel, der zu allem Überfluss mittels telepathischen Fähigkeiten eine Horde von geklonten Super-Soldaten kontrolliert, die allesamt Produkte eines außer Kontrolle geratenen biologischen Experiments eines Rüstungskonzerns sind. Wer jetzt noch nicht ahnt, dass dieses Spiel nur so vor Action strotzt, wird sehr bald eines Besseren belehrt.

Ihr schlüpft nun also als Teil der F.E.A.R.Einheit in die Rolle eines namentlich unbekannten Charakters und kämpft euch euren Weg durch die teils sehr düster inszenierten Levels. Alles, was ihr dazu zur Verfügung habt, ist ein Waffenarsenal, dass sich von gängigen Waffen (Pumpgun, Maschinengewehr, Pistole etc.) bis hin zu abgefahren Modellen (Raketenwerfer, Partikelwaffe) erstreckt, eine Taschenlampe und zu guter Letzt eure mehr als überdurchschnittlichen Reflexe, die euch im Spiel in Form einer Zeitlupenfunktion Nutzen bringen. Vergleichbar ist diese Zeitlupenfunktion auch mit der „Bullet time“, die einigen evtl. schon aus Max Payne bekannt sein dürfte. Einmal betätigt läuft eure Umgebung wie in Zeitlupe ab (wird während des Zeitlupenmodus auf euch geschossen, kann man wie in Matrix-Manier die Flugbahnen der Kugeln sehen, wie sie an eurem Kopf vorbei zischen – herausragender Effekt!) und man hat genügend Zeit, um sich richtig zu postieren, zu zielen und gegebenenfalls zu heilen. Ist die Zeitlupenfunktion „verbraucht“, muss ein kurzer Moment gewartet werden bis sich der Balken wieder gefüllt hat, wobei in den Leveln versteckte Reflex-Booster für ein permanentes Wachsen dieses Balkens und somit für eine länger andauernde Zeitlupe sorgen. Die Zeitlupenfunktion hat aber auch ihre Daseinsberechtigung. Schnelle Reflexe sind nötig, um es mit den flink wuselnden Gegnern überhaupt aufnehmen zu können. Die Gegner, mit denen man es in F.E.A.R. zu tun bekommt, sind nur schwer vergleichbar mit dem, was man aus anderen Shootern gewohnt ist. Eine dynamische und un-gescriptete K.I. bietet einem immer wieder neue taktische Herausforderungen am laufenden Band. Noch nie gab es Gegner in einem Ego-Shooter, die derart „intelligent“ versuchen, euch das Licht auszupusten. Da wird selbständig Deckung gesucht, werden Fallen gestellt, geschickte Ablenkungsmanöver gestartet und weitere „Gemeinheiten“ eingestreut, die einem als Spieler Kopfzerbrechen bereiten.

Doch das ist nur die eine Messlatte, die Monolith damit höher gesetzt hat. Es ist weiterhin nämlich nicht möglich, etwas zu F.E.A.R. zu sagen, ohne auf die grandiose Grafik- sowie Physik-Engine einzugehen (Aber Vorsicht – F.E.A.R. = Hardwarehunger!). Allein dafür lohnt es sich, dieses Spiel zu spielen. Licht, Schatten, die Modelle der Charakter, die Bewegungen der Gegner, Explosionen, genau genommen jegliche optische Effekte. Alles „passt“ und sieht wahrlich bombastisch aus!  Werdet ihr z.B. in einem Bürogebäude in ein Feuergefecht verwickelt, dann sieht der Raum nach beendetem Kampf wirklich aus, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen. Etwas bedauerlich ist es nur, dass aus der wirklich hervorragenden Grafik-Engine nicht mittels etwas abwechlungsreicher gestalteter Levels mehr rausgeholt wurde. Zu große Teile des Spiels spielen in Büro- oder z.B. Laborräumen. Schon schade, da sich zu der exzellenten Grafik noch eine sehr gute Soundkulisse gesellt und gewürzt mit subtilen Schock-Elementen eine äußerst gruselige Atmosphäre kreiert wurde, die sich durch das komplette Spiel zieht.

Wer sich selbst als Fan von Ego-Shootern bezeichnet, kommt unmöglich an F.E.A.R. vorbei. In diesem Fall muss man dieses Spiel einfach gesehen haben. Sonst hat man in seinem Zockerleben einfach was verpasst. Monolith setzt mit diesem Titel sowohl grafische Maßstäbe als auch im Bereich der Gegner K.I. Von dem gewieften Verhalten eurer virtuellen Gegner kann und sollte sich so manch anderer Spielehersteller mal eine Scheibe abschneiden. Aber auch allen anderen nicht ego-shooter-fixierten spielinteressierten Individuen sei F.E.A.R. ans Herz gelegt. Wer mal wieder seinen Augen etwas Gutes tun will, herausfordernden Gegnern die Stirn bieten will oder einfach gerne „begruselt“ wird, sollte es sich nicht nehmen lassen, mal einen Blick auf F.E.A.R. zu werfen.

Konsole: PC
Player: Single- und Multiplayer

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