Bow Wow – Wanted

Da ist wohl jemand erwachsen geworden. Zumindest will die winzige Namensänderung dies wohl propagieren, denn nun nennt sich der ehemalige „Lil Bow Wow“ nur noch „Bow Wow“. Weiterhin zeichnet das CD-Cover ein neues Bild des „ehemaligen“ Teenie-Rappers. Harte Mimik und tätowierte Oberarme sollen hier wohl einen Image-Wechsel zeichnen, der, wenn man sich auf die textliche Komponente besinnt, noch nicht vollzogen ist.

Mit 8 Jahren konnte Bow Wizzy sein Können auf einem Snoop Dogg-Konzert beweisen und hinterließ einen großen Eindruck beim Doggfather. Von dort an schien eine Musikkarriere schon vorprogrammiert. SoSoDef’s Spitzenproduzent Jermaine Dupri, der unter anderem auch schon Kris Kross und Usher am Anfang derer Karrieren unterstützte, nahm Bow Wow unter seine Fittiche und verhalf ihm zu seinem Ruhm.

Auch das neueste Werk „Wanted“ wurde von JD als Executive-Producer begleitet. Zusätzlich hat er, bis auf den Song „To My Mama“, der an den Reglern von Lil Jon entstand, alle Tracks produziert und bei 3 Songs auch selbst seine Raps zum Besten gegeben. Der Sound der LP zeichnet sich sehr MidWest lastig und auch Bow Wow’s Flow orientiert sich eher in die Richtung eines J-Kwon oder Chingy. Mit „Freshazimiz (ft. J-Kwon & JD)“,B.O.W.“ und „Is That You (P.Y.T.)“ sollte der 17jährige keine Probleme bekommen, in die Radio- und Clubrotation zu rutschen.

Was einem direkt ins Auge fällt, ist die relativ, kleine Themenpalette, die Bow Wow mit diesem Album abdeckt. Neben den eben schon angesprochenen Songs, die hauptsächlich representen, gesellen sich noch kitschige Liebesbekundungen a la „Like You“, welches er mit seiner momentanen Freundin Ciara aufgenommen hat,  „To My Mama (ft. Amerie)“ oder der aktuellen Single „Let Me Hold You (ft. Omarion)“, dass jetzt schon enormes Airplay genießt. Dann hat man sich noch das neueste SoSoDef-Signing T.Waters ins Boot geholt, welcher Bow Wow auf „Mo Money“ eindeutig die Show stiehlt und vom Flow stark an die Chi-Town-Kollegen von Do or die erinnert. Ein wenig Storytelling gibt’s dann auf „Big Dreams“ und schnell noch ein Snoop Dogg-Feature zu „Caviar“, welches mit Abstand der beste Track des Albums ist, trotz Snoop’s hörbarer Lethargie.

Am Ende muss man JD einfach den Vorwurf machen, dass es in puncto Beats doch ein sehr unbewegliches Album geworden ist. Zwar sind die Produktionen sehr gut, doch es passiert halt nichts Weltbewegendes und nach spätestens der Hälfte des Werks wird es langweilig, da die Parallelen zu offensichtlich werden. Bow Wow’s Flow hat sich weiterentwickelt kann sich jedoch, speziell wenn man seine Texte hinzu nimmt, nicht wirklich hervorheben. Es kommt einem vor, als ob man sich bei diesem Album nicht im Klaren war, welche Zielgruppe man ansprechen soll. Will man lieber bei den Teenagern bleiben, die ja vorher die Verkaufszahlen Bow Wow’s bestimmt haben, oder möchte man nun die „erwachsenen“ HipHop-Hörer gewinnen. Jedenfalls orientiert sich das Album, meines Erachtens nach, weiterhin an der Teenager-Zielgruppe. Zum Bouncen wird trotzdem Einiges geboten.

 

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