Steve Spacek – Space Shift

Spacek, Spacek, Spacek. Der Name sagte mir irgendetwas, ich wusste nur noch nicht was. Beim ersten Track hör ich es noch nicht. „Dollar“ erinnert mich an D’Angelo, der sich meiner Meinung nach auch mal wieder melden darf und Steve füllt mit dem Song ein wenig die Lücke, die Mr. Brown Sugar durch seine Abstinenz hinterlassen hat. Der Beat ist von J. Dilla und ist einfach nur Hammer. Aber beim zweiten Track „Thursday“ fällt es mir ein. Da gibt es doch dieses Kollektiv von drei Londonern, die unter dem Namen Spacek eine Art von Space Soul (Titulierung irgendwelcher Presseorgane) kreierten und der Sänger heißt Steve Spacek. Ob es Spacek noch gibt, weiß ich grad nicht, aber Steve Spacek ist am Start. Mit wunderschönen Soul.

Aber halt: hier und da wird der Soul gebrochen und das schon ab dem zweiten Track auffälligst. Elektronisches Geplänkel, Gefitzel an Überkompression, sphärische Synthieflächen und die seichte Stimme von Steve Spacek haucht sich  durch den Reverb oder durch andere technischen Rafinessen. Die Bezeichnung Space Soul darf man getrost in den Mund nehmen, denn die Musik entzieht sich selbst das Gleichgewicht und schwebt, gleitet, weitet sich langsam aus im Raum und verflüchtet sich. Das ist Musik, die sich wie ein Gas verhält, dass nach tiefem Einatmen gemischte Gefühle hinterlässt. Die Arrangements und Harmonien erinnern sehr an die guten alten Zeiten und rufen deren Blaxploitation Vorgänger auf den Plan, die in höchstem Maße inspirierend, gewirkt haben dürfen. Das ist etwas so Neues, was auf etwas Altes rekurriert und dabei so frisch ist.

Mein Verweis auf D’Angelo rührt auch von der Sexiness her, die ich bisher auch nur von seiner Musik kannte und bei Steve Spacek auf einer ähnlichen Weise ebenso latent wie offensichtlich mitschwingt. Das Album ist nichts für Hektiker, sondern will mit Ruhe genossen werden. Dieses Album, zum größten Teil von Steve Spacek selbst produziert, ist eine leichte wahnsinnig gut duftende Windböe an einem warmen Sommertag, der die Sonnenstrahlen, die durch die bläulich schimmernden, kaum zu sehenden Wolken ragen, an den tausend Zuckerstücken in deiner Zuckerwatte bricht und Dich in abertausende kleine Regenbögen taucht.

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