Seeed – Next!

Der Fuchs ist einer von den Schlauen, das weiß jeder. Wissbegierig feilt er an seinen Skillz, nutzt sie, wo er kann. Weiß der Fuchs mal nicht weiter, berät er sich mit einem Rudel weiterer Füchse, die mindestens genauso schlau sind, wie er selbst … rae, rae, rae … zur Sache.  

Tatsächlich soll hier nämlich die Rede sein vom neuen Seeed-Album, welches da „Next!“ heißt, seit ein paar Tagen kaufbar ist und natürlich auf die Fingerfertigkeiten des Masterminds Pierre a.k.a. Pete Fox (yuh see mi now?) vertraut, jedoch gleichfalls, und das ist quasi eine Seeed-Premiere, eine amtliche Anzahl Riddim-Produktionen der anderen Füchse a.k.a. Bandmitglieder, plus einige Produktionen des heimlichen zwölften Seeed-Members DJ Illvibe zu Tage bringt. Die in Wirklichkeit einzig wahre deutsche National-Elf setzt in Sachen Beats wie gewohnt auf Derbness (sofern dieses Wort existiert, soll dies die passende Umschreibung sein). Da liebäugelt der fünfzig Meter hohe Bass ein um das andere Mal mit Synthies und einer Hand voll netten Computerarrangements. Heraus kommt immer feinster „shake what your mama gave ya“-Sound. Und so, da darf man sich nichts vormachen, muss es in der Dancehall eben zuweilen abgehen.  

Als Top III sind hierbei anzuführen: „Light The Sun“, „Tight Pants“, „She Got Me Twisted”.  

Von Roots-Reggae wird sich immer mehr entfernt. Dennoch, und soviel zum neuen ´und alle machen mit´-Konzept, wenn auch nur einer Band-intern den Ska braucht, dann muss da eben ein Ska-Tune her. Ergo: „Goosebumps“, rauf aufs Album. „Next!“ ist in sehr großen rhythmischen Teilen trotzdem eher weniger soft, stattdessen mehr und mehr straight Dancehall-Bashment-Style – es darf im Übrigen gern mal etwas HipHop mit ins Beat-Boot -, und auch das Wort conscious ist weniger bezeichnend für „Next!“, wenn man doch eher darauf bedacht ist, das „Ding“, die „Schwinger“ und „Tight Pants“ zu besingen, wenn auch im Vergleich zur jamaikanischen Lyrik dann schon wieder eeecht conscious.  

Zur gesanglichen Unterstützung hat Berlin Übersee connected und sich aus den Staaten Ce-Lo Green für die erste Singleauskopplung, das gern als Sommer-Hit angeführte „Aufstehn!“, und aus Jamaika Lady Saw für „Please“ herangeholt. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Es lohnt sich – sowieso – „Next!“ bis zum letzten Titel wahrzunehmen, denn dort, wo eigentlich schon die Schlussakkorde winken, killt Maya Dela Gwada, ehemals als Tänzerin der BadaBash-Crew eigentlich „nur“ Bashment-Verstärkung der Band, auf dem Tune „End Of Days“ mit einem gevoiceten Support und kann sich damit klar mit den Bad Gals vom Island messen.  

Für das Schlusswort leihe ich mir ein paar Worte aus dem unglaublichen Sprachschatz von „Haudegen“ Detlef Dee Soost und sage: „Next!“ ist so tight. Wenn Seeed mit euch fertig sind,  burnt’s! 

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