Denyo – The Denyos

Eizi Eiz sagt es im Intro, im Pressetext zur Pladde wird es ebenso propagiert: "Minidisco" zieht um in den großen Saal – und damit herzlich willkommen zu Denyo´s zweitem Solo-Wurf "The Denyos". Hier werden sich die HipHop-Geister mit ziemlicher Sicherheit scheiden, denn was auf „Minidisco“ noch als persönlicher Real-Shit galt, jedoch in Heller und Cent aufgerechnet wenig erfolgreich schien, ist offenkundig Part der Vergangenheit. Denyo und seine imaginären Kumpels aus der Denyo-„Band“ haben im Jahre 2005 Spaß am Pop gefunden, was aber nicht zwangsläufig platt sein muss. Schlau aufgezogen nämlich beweist „The Denyos“ allemal, dass man hier mit einem Konzept zu Werke war und im Zweifel zumindest auf ausgeklügeltes Reim-Potenzial mit Attitüde verweisen kann. Und hilft das alles nichts, bleibt am Ende immer noch die Sicherheit – Hater hin, Hater her -, dass bei Denyo zu Hause auch das Selbstbewusstsein wohnt. („[…] Ihr kennt die Public Enemy´s, ihr kennt die Camp Lo´s? Doch hier sind die Allergrößten, hier sind die Denyos.“ – Intro, „The Denyos“)

Musikalisch auffällig ist die permanente Präsenz des Kollegen Synthie, der als festes Bandmitglied der Denyos den Leader bei dessen Produktionen tatkräftig unterstützt hat. Denyo umgeht Diskussionen, nennt seinen Sound „Neo“ und ist damit ziemlich on point. Puristischer HipHop klingt anders. Heißt nicht, dass HipHop hier gar nicht oder der Ursprünglichkeit entsprechend beziehungslos stattfindet. Aber hier darf ein Titel auch mal schwer rockig und damit, politisch korrekt betrachtet, eigentlich nicht gängig sein oder aber eine Hook verweichlicht klingen, wenn der nächste Track doch eh wieder zum Hammer-Beat mutiert.

Man kann wieder einmal feststellen, dass Denyos Flow sich hier und da in Monotonie verfängt, während er sich thematisch Sozialstudien, ´Bleib am Start´-Anthems, Snoozing, Chilling und sich selbst gut finden widmet. Am Ende zwingt einem doch jeder Track das Amüsement förmlich ab. Fazit also: Denyo ist gleich Rap für Leute, denen Rap in erster Linie Spaß macht. Und mit „Dieb Inside“, „Seegurke“ oder meinem persönlichen ´Überkinger´, dem Dynamite und Tropf-Produkt Denyo & Mad“ lässt das Trademark „The Denyos“ noch einiges an potenziellen Single-Kandidaten zu.  

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