Shinobi

Remakes und Neuauflagen von Konsolen-Klassikern der 80er und 90er Jahre sind derzeit scheinbar groß in Mode. Nach Lost Vikings für GBA, Contra für PS2 und einigen anderen alten Bekannten springt jetzt auch Sega auf den Retro-Zug auf und lässt den sympathischen Ninja Shinobi auf der PS2 zurückkehren.

Die Story spielt natürlich im alten Japan. Ein Erdbeben hat Tokio in Schutt und Asche gelegt, und im Stadtzentrum ragt plötzlich ein riesiger goldener Palast in den Himmel. Zu allem Überfluss ist die Metropole nun auch noch von Dämonen verseucht. Ihr übernehmt die Rolle von Hotsuma, dem Anführer des Obora-Klans, der sich natürlich auf den Weg in Japans Hauptstadt macht. Dort angekommen muss er feststellen, dass seine Klan-Mitglieder offenbar verflucht worden sind und sich ihm nun auf Leben und Tod in den Weg stellen. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als sie zu bekämpfen.

Ihr zieht also mit eurem Ninja durchs zerstörte Tokio und müsst dabei allerlei andere Ninjas und Dämonen mit eurem Schwert erledigen. Dieses Schwert ist natürlich keine gewöhnliche Klinge: Es bezieht seine Energie aus den Seelen der getöteten Gegner. Ihr müsst dementsprechend möglichst schnell möglichst viele davon finden und über den Jordan schicken. Gelingt euch das nicht, bedient sich die tödliche Waffe an eurer eigenen Lebensenergie. Ihr könnt euch auch mit Ninja-Sternen und Zaubersprüchen um die Dämonenbrut kümmern. Allerdings sind diese begrenzt, und es empfiehlt sich, sie für die Endgegner zu sparen.

Die Level sind sehr groß und sind in einzelne Areale aufgeteilt. Um ins nächste Areal voranschreiten zu können, müsst ihr zunächst alle Gegner des derzeitigen erledigen. Hier ist auch schon der größte Kritikpunkt von Shinobi: Es gibt nämlich keine Rücksetzpunkte. Wenn ihr über die Klinge springt, „dürft“ ihr das ganze Level noch mal von vorne beginnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr am Endgegner oder am ersten Ninja gescheitert seid. Das kann schon mal zu Frust oder Wutausbrüchen führen. Der nächste Kritikpunkt ist der extrem hohe Schwierigkeitsgrad. Neueinsteiger oder Gelegenheitszocker brauchen schon mal ein paar Stunden, bis sie das zweite Level zu Gesicht bekommen.

An der Grafik gibt es hingegen nichts zu meckern. Sie setzt zwar keine neuen Maßstäbe wie Silent Hill 3 oder Primal, ist aber auf jeden Fall ordentlich. Vor allem der überdimensional große rote Schal des Helden, der immer hinter euch her flattert, sieht einfach stylish aus. Die Zwischensequenzen sind gut gemacht und stimmen einen gut auf den weiteren Spielverlauf ein. Auch die dunkle und kühle Farbgebung passt perfekt zum Flair des Spiels. Dasselbe gilt auch für den Soundtrack.

Fazit:
Shinobi ist für Kenner der Serie und Olschool-Fans ein Muss. Leider setzt der extrem hohe Schwierigkeitsgrad die Wertung ein ganzes Stück nach unten. Auf jeden Fall solltet ihr euch vor dem Kauf Zeit nehmen, das Spiel auszuprobieren und Probe zu spielen, es sei denn, ihr habt eine geradezu unendliche Geduld. Choleriker: Hände weg!

Pro:
– Oldschool-Feeling
– solide Präsentation

Contra:
– keine Rücksetzpunkte
– hoher Schwierigkeitsgrad

Entwickler: Overworks
Hersteller: Sega
USK: ab 16 Jahren
Systeme: PS2
Spieler: 1

Gesamtwertung: 4

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