Crash Bandicoot 2

Crash Bandicoot, das wieselflinke Irgendwas (Tasmanischer Teufel? Mutierte Rennmaus? Bettvorleger auf Speed?) schlägt jetzt zum zweiten Mal auf dem GBA zu. Nach bisher 3 Ausflügen auf der PSOne sowie diversen Spin-Offs (ich glaub, es gab sogar mal ein Kartspiel mit Crash…) gibt Vicarious Visions Jump´n´Run-Futter für alle Hüpffanatiker auf Nintendos Kleinstem. Im Großteil der 24 Levels seht ihr Crash von der Seite und müsst euch von links nach rechts in bester Mario-Manier durch zum Teil sehr großzügig ausgelegte Welten kämpfen. Manchmal jedoch schnappt ihr euch auch ein Surfboard oder einen Raumanzug und düst dann in Quasi-3D durch die Gegend, wobei diese Spielabschnitte streng linear sind (im Klartext: Ihr bewegt euch automatisch auf einen Punkt in der Ferne zu und müsst nur noch ausweichen).

Das Spiel selbst trifft den Flair der Crash-Games wie die Faust aufs Auge und strotzt nur so von liebevollen Animationen und abgefahrenen Gegner. Vor allem die vielen Todesanimationen machen den ständigen Bildschirmtod noch halbwegs lustig. Sterben werdet ihr nämlich des Öfteren, da die Kollisionsabfrage für meinen Geschmack etwas zu ungenau arbeitet, aber da gewöhnt man sich eigentlich fix dran. Die Grafik beeindruckt vor allem in den „3D“-Levels, da wird gezoomt und gescalet, was das Zeug hält. Für GBA sicherlich ganz schön dick. Auch die Side-Scrolling-Levels laufen schön flüssig, und groß genug sind dieFiguren auch noch. Dank der Topanimationen gehört dieses Spiel sicherlich zu den grafisch Besten für den GBA, trotz der meist eintönigen Hintergrundbilder. (Eintönig im Sinne von unspektakulär, die haben schon mehr als nur eine Farbe benutzt, so ist es ja nicht…)

Ganz Crash-typisch gibt es pro Level einen Ausgang sowie mehrere „Sekundärziele“. Erstens gibt es noch die typischen Diamanten zur Belohnung für die Zerstörung aller im Level versteckten Kisten, dann natürlich noch den Time Trial Modus, für den ihr den Level erst einmal beendet haben müsst. Zusätzlich gibt es in manchen Levels noch einen von drei farbigen Diamanten, mit denen ihr nach dem ersten Endendgegner (N-Trance) noch dreiweitere Level freischalten könnt, die bei Beenden den Weg zum Endendendgegner freigeben (übrigens ein alter Bekannter..). Diese sind meist gut versteckt und nur mit besonderen Skills zu erreichen, die ihr erst im Verlauf des Spiels bekommt.

Insgesamt gibt es 4 Skills, die man bereits aus dem Vorgänger kennt. Mit diesen gelangt ihr zum Beispiel an höher gelegene Stellen. So müsst ihr, um alles vom Spiel zu sehen, alle Skills besitzen und dann in die Anfangslevel zurückgehen und alles absuchen, um an die begehrten farbigen Diamanten zu gelangen. Da die Levels oftmals sehr viele Wege anbieten, ist einiges an Forschergeist und Geschicklichkeit an den Keys gefragt, um in den vollen Spielgenuss zu kommen.

Jede der 5 Welten besitzt einen eigenen Endgegner und ist auch entsprechend thematisiert. Besonders gut sind die Endkämpfe gelungen. Der Endgegner der 3. Welt ist zum Beispiel euer Spiegelbild, das ihr durch geschicktes Manövrieren in Fallen locken müsst. Da ist auf jeden Fall einiges an Abwechslung dabei. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht immer optimal angepasst, manchmal sind die frühen Level um einiges schwieriger als die späten Endlevel. Gerade bei den letzten beiden Endgegner ist den Entwicklern meiner Meinung nach derKampf zu sehr aus dem Ufer geraten, da beide erst nach mehreren schweren Runden den virtuellen Löffel abgeben. Aufgrund der Speicherfunktion nach jedem Level und den unendlich vielen Continues kriegt man sie mit der richtigen Taktik und etwas Geduld trotzdem klein.

Zusätzlich spendiert uns Vicarious V. noch zwei ganz lustige Multiplayermodi. Entweder ihr fahrt gegeneinander die 3D-Level oder clasht euch mit Crash in der Atlasphere in weiten Areas. Alles in allem ist der Multiplayermodus ein nettes aber nicht weiter wichtiges Schmankerl. – Ach ja, der Sound erfüllt halt seinen Zweck.

Pro:
– Tolle Grafik und Animationen
– Motivierende Endgegner-Kämpfe
– Viele Dinge zu entdecken in den Levels
– Hohe Langzeitmotivation durch die vielen zusätzlichen Levelziele
– Definitiv das beste Jump’n’Run nach Super Mario World

Contra:
– Der Schwierigkeitsgrad ist nicht wirklich ausgewogen
– In manchen Levels ist es unvermeidlich, dass man ins Ungewisse springen muss, um weiterzukommen
– Die Kollisionsabfrage arbeitet nicht sehr genau
– Steuerung des Gyrocopter ist zu hakelig ausgefallen
– Die Atlaspherelevel sind viel zu schwer durch die Steuerung.

Fazit:
Wenn ihr auf Jump´n´Runs steht und einen GBA euer Eigen nennt, ist Crash 2 definitiv ein Tipp.

Singleplayer: 6
Multiplayer: 4
Developer: Vicarious Visions
Publisher: Universal Interactive
Spieler 1-2

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