Jah Cure – Freedom Blues

Zu den hoffnungsvollen jamaikanischen Talenten mit Conscious-Anspruch zählte in den späten neunziger Jahren unter anderem ein junger Rasta mit dem verheißungsvollen Namen Jah Cure als ein hoch gehandelter und beachtenswerter Nachwuchsartist. Der einzige Emporkömmling dieser Tage war er vielleicht nicht, aber in jedem Fall der mit der meisten Intensität – aber auch Harmonie – in Stimme und Lyrik. Zu seinen größten Supportern jener Tage gehörten immerhin Capelton und dessen Fire House Crew, ebenso wie auch Altmeister Beres Hammond, mit dessen Label Harmony House Jah Cure einige seiner ersten Tunes – u.a. „Western Region“ und „Zion Way“ – in stimmiger Vollendung gestaltete.Jäh unterbrochen wurde der Lauf des Upcomin-Singers durch eine Anklage auf Grund des Vorwurfs der Vergewaltigung. Was folgte, war die Inhaftierung im Jahre 1999. Was bis heute keiner so recht glauben mag, hält Jah Cure doch nach wie vor gefangen. Nicht klein zu kriegen ist dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – seine Anhängerschaft. Ein Jahr nach der Festnahme erschien der Longplayer „Free Jah´s Cure“, auf dem bis dahin unveröffentlichtes Material zu hören war. Auf dem nun über VP Records erschienenen Album, das bezeichnenderweise den Titel „Freedom Blues“ trägt, finden sich etliche der damals verwendeten Titel wieder. Reggae-Selectors mit gut sortiertem Jah Cure-Fundus sind sicherlich auch schon längst im Besitz der Single-Klassiker „Trod In The Valley“ aus der X-Terminator-Riddim-Schmiede und der gleichsam schon etwas betagteren, aber dadurch keinesfalls weniger glänzenden, Jah Cure / Morgan Heritage-Zusammenkunft „Love Is The Solution“, die ebenfalls auf „Freedom Blues“ ihren verdienten Platz finden, wie – immerhin – zwei neuere Produktionen. Warum aber hierfür das größte „Hallo“ des vergangenen Jahres – „Longing For“, Jah Cures Interpretation für Don Corleons „Drop Leaf“ – ausgespart wurde, bleibt offen und höchst fragwürdig. Dafür wird dieser offensichtliche Fauxpas durch das Stattfinden der Combination mit Sizzla („King In This Jungle“) anständig wettgemacht.Wer sich Ende 2004 bereits Garnet Silks Anthologie „Music Is The Rod“ zu eigen gemacht hat, darf sich getrost auch diese Werkschau seines vermeintlich einzigen legitimen Nachfolgers zulegen, wenn er nicht in den vergangenen sechs Jahren bereits stetig dem Kauf von Jah Cure-Single-Releases gefrönt hat.

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