The Game – The Documentary

G-G-G-G-G-Unit! Man muss schon sagen, dass 50 Cent und Konsorten das Rap-Game in den vergangenen drei Jahren ziemlich krass dominiert haben. 50 Cent’s „Get Rich Or Die Tryin“ ging über sechs Millionen Mal über die Ladentheke – die Downloads sind natürlich nicht genau zählbar. Und die Jungs ließen den Hype um ihr Kollektiv nie einschlafen! Ständig neue Mixtapes, Alben, Beef und Award-Shows. Mit dem Ex-Bloods-Member The Game sicherten die G-Unit Jungs sich eines der größten Talente der Westküste. The Game ist ein richtiger O.G. aus den Straßen Comptons (remember N.W.A. „Straight Outta Compton“?). Ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen, was in diesem Viertel abgeht – da gibt’s mit Sicherheit keine millionenschweren Villen mit Swimmingpools. Ja, auch The Game wurde wie 50 schon angeschossen und auch er vercheckte Drogen. Klar zeigt er uns auf seinem Album, dass mit ihm nicht zu spaßen und dass er immer noch ein O.G. ist.

Direkt auf dem ersten Song „Westside Story“ erzählt er uns von seinen Erlebnissen an der Westside und zeigt sein Gangsterwesen. Dre und Scott Storch („Lean Back“) schneiderten The Game einen typischen Westcoast-Beat auf den Leib und Fifty stellt die Hook. Dann eine Überraschung! Ein typisches Kanye West-Instrumental mit Word-Sample. Klingt stark nach Eastcoast. Auf „Dreams“ gibt uns The Game einen tiefen Einblick in seine Traumwelt. Erstes Highlight! Auf dem von Cool & Dre produzierten vor 70er Soul-Samples strotzendem „Hate It Or Love It“ stellen 50 und The Game ihr hervorragendes Zusammenspiel unter Beweis. Thematisch konfrontiert sich The Game mit dem Lesbenleben seiner Mutter.
Das Album hat meine Erwartungen zum jetzigen Zeitpunkt schon klar übertroffen und eine von mir nicht erwartete Flexibilität gezeigt. Auf „Higher“ zeigt Game, dass er macht, was er will und gibt zu verstehen : „I won’t fuck Mariah / even if she had Ashanti buttnaked in bed / caus’ she got a forehead just like Tyra / I can say what the fuck I want“! Ooh shit! Mit dem Beat zu “How We Do“ haben sich Dre und Mike Elizondo auch ein weiteres Mal übertroffen! Game kommt mit extrem coolem Flow rüber, während 50 ein weiteres Mal die Hook singt und Snoopmässig über den Beat pimpt. Großes Kino! Auf „Don’t Need Your Love (feat. Faith Evans)” wird The Game dann etwas persönlicher und philosophiert auf Havoc’s Beat über das Gangster-Dasein. Weiter geht’s, auch ziemlich NY-mässig und kraftvoll, mit dem von Just Blaze produzierten „Church For Thugs“. Danach ist alles zu spät! Wenn Mr.Mosley aka Timbo the King aka Timbaland an den Reglern steht, ist das zu neunzig Prozent eine Qualitätsgarantie.Mit „Put You On The Game“ schaffen Game und Timbo einen Nachfolger zu Jay-Z’s „Dirt Off Your Shoulder“. Boom! Bei „Runnin“ bin ich erst mal leicht irritiert. Ziemlich Westcoast-lastig. Erinnert mich schwer an „Gin & Juice“. Ich checke das CD-Inlet und stelle fest, dass das Ding von Reflection Eternal’s Hi-Tek produziert wurde. Deepes Teil! Nur Tony Yayo ist hier ziemlich fehl am Platze. Auch Großmeister Eminem darf natürlich nicht fehlen und so produzierte und berappte er „We Ain’t“. Hier huldigt The Game Em’s Lyrics mit der Aussage : „Get Dre on the phone quick / Em just killed me on my own shit“. „Where I’m From“ lässt mich in die G-Funk Zeiten der frühen 90er zurück verfallen, was nicht unwesentlich an Nate Dogg’s unvergleichlicher Stimme liegen mag. Auch auf dem Ladysong „Special“ ist Nate mit von der Partie. Dann kommt die R’n’B Queen Mary J.Blige an Game’s Seite und macht mit ihm „Don’t Worry“ zu einem der schönsten R’n’B / Rap Stücke der jungeren HipHop-Geschichte. Zu guter Letzt dachte sich dann Buckwild(! Ja, genau, D.I.T.C. und so), er müsse The Game und Busta Rhymes eine Bombe von Beat bauen. Gespickt mit Geigen und lässigen Gitarrenriffs verleitete das Instrumental The Game dazu, seine Erlebnisse der Vergangenheit und seine Ängste aufzuzeigen und seinen Sohn vor bestimmten Sachen zu warnen, während Busta die Hook singt. Ein schönes Schlusslicht eines überragenden Albums! The Game bringt mit „The Documentary“ den ersten wirklichen Lichtblick im Jahre 2005 und wird die Hater, die den Hype um seine Person nie für berechtigt hielten, eindeutig in die Schranken weisen. Als einzigen Minuspunkt des Albums muss man The Game’s eingeschränkte lyrische Finesse erwähnen. Er ist kein schlechter Rapper, doch um lyrisch mit NAS oder Jay-Z mithalten zu können, muss er noch etwas üben. Trotzdem : The Westcoast is back in the game !

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