Eminem von David Stubbs – Cleaning Out My Closet – Die Story Zu Jedem Song

Es gibt derzeit einiges an niedergeschriebenem Material über diesen Eminem – alle Bücher über Marshall Mathers a.k.a. Slim Shady zu durchforsten, fordert ordentlich seine Zeit. Eines dieser Sammelsurien heißt „Eminem. Cleaning Out My Closet – Die Story Zu Jedem Song“. Erschienen ist das Buch im Rockbuch-Verlag, in Kooperation mit MTV. Die Inhalte wurden verfasst von David Stubbs, einem ehemaligen Redakteur des Melody Maker.

Aufgegliedert in sechs Kapitel werden hier Eminems Lyrics auseinander genommen, um am Ende des 144 Seiten starken Buches in Ansätzen erahnen zu können, warum dessen Lieder und Ansichten von den Einen geliebt und wiederum von den Anderen so extrem verurteilt werden. Man hat es bei Slim eben nicht ausnahmslos mit den klassischen Themen wie Blingizzm und Gangstertum zu tun, vielmehr ist Em auf einem Feldzug gegen Heuchelei und Verlogenheit. Er ist auf der einen Seite ein wortgewandtes und doch zynisches Genie, auf der anderen Seite aber scheint in ihm eine unglaubliche Portion Zorn und Aggressivität zu stecken.

Und alle, die seinen Geist in diese Richtung formten, finden sich in seinen Lyrics wieder – gnadenlos – und niemand bleibt verschont! Seine Songs handeln von Drogen, Amerikas Jugend, Gefängnis, Vergewaltigung – selbst Muttern und Ehefrau bleiben dabei nicht verschont. Die Frage aber bleibt: Meint er das jetzt wirklich alles genauso, oder ist dies alles schlicht und ergreifend nur Bestandteil von Eminems Verständnis seiner Kunst?

Jener Part von Eminems Fanschaft, der in der Lage ist, seine Lyrics auch nur halbwegs intelligent zu hinterfragen, hat sich die Antworten auf derlei Fragen im besten Fall bereits selbst geben können. Für alle anderen könnte Stubbs, mit seinen Erläuterungen, u.U. einen Denkanstoß bedeuten.

Leider fehlen mir in diesem Werk ein wenig die Aussagen Eminems, in Form von ausführlichen Interviews. Außerdem ist das Bildmaterial in „Cleaning Out My Closet“, für meinen Geschmack, ein bisschen fad ausgefallen. Zu sehen ist größtenteils bereits tausendfach verwendeter Pressestuff – ich hätte mir da ehrlich etwas mehr erwartet! Die größte Schwachstelle des Buches aber sind die lieblosen Grafiken – aber sollte ja auch keine Abschlussarbeit für die Grafikhochschule werden.

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