Qualo and the Movement –

Eine Bewegung hat begonnen und nimmt ihren Lauf. Sie kommt aus einer Stadt, die erst seit kurzem auf der Landkarte des Rap entdeckt wurde. Doch reihen sich Qualo weder neben Kanye West und Twista, noch neben All Natural oder J.U.I.C.E. ein. Eher stehen sie an der Revolutionsfront direkt neben Dead Prez. Und mit ihrem gewaltigen Paukenschlag „Chi Bangin“ bereichern sie ihre Stadt mit einem weiteren Style… „revolutionary prose, equal parts thug posturing, political insight, ghetto philosophizing and sharp political commentary“… was wohl alles bedeutet, außer inhaltslos.

Das Quartett, welches sich aus den Mitgliedern Shala Esquire, Optimyst, Chicago Shawn und Preast zusammensetzt, formierte sich Anfang der 90er zu gemeinsamen High School-Zeiten. Unter der Flagge des „Movement“ wird hier nun zudem das erweiterte Umfeld der Gruppe präsentiert. In der Tradition von Public Enemy stehend, untermalen sie seither ihre krachenden Beats mit nicht weniger gewichtigen Lyrics. Inspiriert zeigen sie sich hierbei unter anderem von den Black Panthers oder auch der Nation of Islam. Nach eigener Aussage machen sie nicht Musik für die Industrie, sondern für die Leute – „ihre“ Leute – und gehen daher auch keine Kompromisse ein. Denn auch wenn Conscious-Rap nicht gerade in „Mode“ ist, lassen sie sich nicht von ihrem Kurs abbringen.

Dies kann man auch musikalisch nachvollziehen, wenn man „Chi Bangin“ nur etwas genauer betrachtet. Hier gibt es kein normales Intro, endlose Standard-Songs im Vers-Hook-Vers-Schema oder ellenlange Feature-Listen. Sie halten halt alles in der Familie und schrecken auch vor keinem musikalischen Experiment zurück, und schon gar nicht vor kritischen-zynischen Inhalten. Natürlich darf auch gebouncet und genoddet werden, denn trotz der ernsten Aussagen machen sich Qualo überraschend locker.

Auf mehrere Songs einzugehen, würde wohl definitiv den Rahmen sprengen, doch sollen hier ein Paar Anspieltipps genannt werden:

Bei „Chicago-Gittas“ wird ein für allemal deutlich unterstrichen, woher die Herren nun genau kommen. Eine Abrechnung mit allen „Fake-Gangstas“ bringt Royal mit dem sich ins Ohr schmiegenden Song „Mind, Body And Soul“. (Das er hier etwas nach Joe Budden klingt, war wohl eher ungewollt.) Humor beweisen Qualo dann auch gemeinsam auf dem Track „I Ain`t A Pimp“. Und zu guter Letzt wäre dann noch die Revolutionshymne „The Beginning“ zu nennen, die wohl am besten repräsentiert, wofür Qualo stehen.Seid ihr also auf der Suche nach einem eigenwilligem Album, welches sich nicht beim ersten Hören erschließt sowie mit jeder Menge Abwechslung und Inhalt auftrumpft, könnt ihr hier nichts falsch machen.

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