Coolio – C U When U Get There [#Classic]

Heute vor 18 Jahren, am 26. August 1997, erblickte ein großartiges Werk namens „My Soul“ das Licht der Welt. Erstmal herzlichste Glückwünsche dazu. Wenn du den Titel noch nicht in die richtige Schublade zu stecken weißt, hilft dir der Name des Protagonisten, Coolio, vielleicht auf die Sprünge. „Das ist doch der von Gangsta’s Paradise…„- richtig! Allerdings ist dieses Meisterwerk, das schon zwei Jahre zuvor mit dem gleichnamigen Album veröffentlicht wurde, nicht das einzige Überbleibsel aus der Karriere von Artis Ivey, so Coolios bürgerlicher Name, das sich bis heute großer Bedeutung erfreuen kann.

Mit „My Soul“ veröffentlichte er drei Jahre nach seinem Debüt seinen dritten Longplayer, mit dem er zwar nicht an die Doppel-Platin-Erfolge zwei Jahre zuvor anknüpfen, in den USA allerdings trotzdem noch Goldstatus erreichen konnte. Bis heute gilt es als eines der besten G-Funk/Gangsta Rap-Alben, das je entstanden ist. Ihm gelang es, den laid-back Westcoast-Style mit seiner draufgängerischen Attitüde zu verbinden und daraus ein Stück zu zaubern, das eine entspannte, manchmal etwas poppige Seite hat, die dennoch perfekt mit seiner Roughness harmoniert und zweifelsohne den Nerv der Zeit traf.

Das Aushängeschild hierfür ist die Single „C U When U Get There„, bei dem die Samples aus dem bekannten „Canon In D Major“ von Johann Pachelbel erstklassig mit 40 Thevz‚ Featurepart und Coolios teilweise sehr kritischen Lines matchen. Mit dieser konnte er in drei Ländern eine goldene Schallplatte einheimsen.

 
Lines wie „The other homie shot the other homie and ran off with his money and when the other homies heard about it, they thought it was funny. But who’s the dummy, cause now you done lost the hustler, a down-ass brother done been replaced by a buster“ stehen stellvertretend für die Gesellschaftskritik, die er vor allem an der Bevölkerung in weiten Teilen von Compton übt. Nicht „einfach wegsehen“, „aufstehen und Etwas dagegen tun“ lautet das Motto.

Aus dem Track „Hit ‚Em“ entstand später das Monster’s AnthemHit ‚Em High„, auf dem B-Real, Method Man, LL Cool J und Busta Rhymes ihren Platz fanden. Auch Songs wie der Titeltrack „My Soul„, „2 Minutes & 21 Seconds of Funk“ oder „Ooh La La“ gelten heute als legendär. Neben drei 40 Thevz-Parts waren auch Ras Kass, Al Wilson und Montell Jordan als Features auf dem Album vertreten. Außerdem wurden vielfach Samples gediggt, darunter unter anderem von James Brown, Betty Wright, den Fat Boys oder Grace Jones.

Nach „My Soul“ ging Coolios Karriere allerdings steil bergab. Als letzten echten Höhepunkt kann man die Teilnahme am Dreh vom Batman & Robin-Klassiker im gleichen Jahr bezeichnen. Die darauffolgenden Monate und Jahre waren allerdings von großen Skandalen, darunter mehrmalige Verhaftungen, Probleme mit Crack oder die sexuelle Belästigung eines Sugababes im britischen Promi-Big Brother-Haus, geprägt. Auch musikalisch wurde es immer erfolgloser, daran konnte auch die Zusammenarbeit mit Snoop Dogg für das Coolio-Album „The Return Of The Gangsta“ nichts ändern. Dieses und „El Cool Magnifico„, das nach einer fünfjährigen Pause erschienen war, werden heute gerne noch zum Vergessen unter den Teppich gekehrt.

Trotzdem prägte er mit „My Soul“ den Style der damaligen Zeit, er legte also den Grundstein für funkigen, poppigen Rap, der zuvor nur relativ schmählich vertreten war. Auch deswegen wünschen wir dem Album Happy Birthday zum Achtzehnten. Auch wenn ein „Viel Glück für die Zukunft“ für Coolios Leben nicht minder bedeutsam wäre.

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