Various Aritsts – French Connection

Den Begriff French Connection verbindet man im HipHop seit geraumer Zeit mit dem Stuttgarter Kopfnicker Records-Umfeld. Um ihre guten Beziehungen zu Frankreich haben sie auch nie ein Geheimnis gemacht, im Gegenteil, es stand schon lange im Raum, dass es eine Compilation mit Deutschen und Franzosen geben sollte.

Aber das ist auch schon eine Weile her, so dass es nach außen hin erst mal ruhig wurde um das Projekt. Hinter den Kulissen wurde jedoch weiter fleißig an der Verwirklichung des Albums gearbeitet. Da man es sich zum Prinzip gemacht hatte, nicht einfach nur DAT-Bänder durch die Gegend zu schicken, sondern französische und deutsche Künstler zusammen ins Studio zu bringen, damit sich eine Atmosphäre des Kennernlernens und des direkten Austausches ergibt, war die Arbeit umso schwieriger.
40 Künstler aus zwei verschiedenen Ländern für ein Projekt zusammenzubringen, ist sicherlich alles andere als leicht und kostet eine Menge Zeit und Mühen.Damit jedoch nicht genug.Das Ziel von French Connection ist, neben dem Zusammenführen der verschiedenen Gruppen und dem mutigen Spiel mit der Sprachbarriere, diese beiden Länder, natürlich im Rahmen von HipHop, näher zu bringen.

Um das Sprachproblem zu lösen, gibt es im Booklet Übersetzungen von jedem Stück ins Französische und umgekehrt!Zusätzlich zu diesem Album wird man auch eine DVD sowie ein Buch veröffentlichen, die sich mit den auf den ersten Blick so verschiedenen HipHop-Szenen beschäftigen, und wo man sich mit allen beteiligten Künstlern, die am Projekt beteiligt waren, wie auch mit Writern und B-Boys unterhält und deren Meinung einfängt.So kann man etwas über die Hintergründe der einzelnen Künstler erfahren und die Musik vielleicht aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Für die grafische Gestaltung des Covers konnte man keinen Geringeren als Loomit gewinnen, der in seinem typischen 3-D Graffiti Style die Nationalfarben Frankreichs und Deutschlands kombiniert und Character von beiden Ländern, quasi als Repräsentanten, den französischen Hahn am den 1210ern und den deutschen Adler am Mic, in sein Artwork mit einbaut. Eine sehr gelungene Sache.

Zur Musik und den Künstlern.Ziel war es, immer einen deutschen Künstler (oder Gruppe) und einen französischen zusammenzubringen. Das hat auch recht gut funktioniert, allerdings hat man bei der Kollabo von flowinImmO und Biff 2000 & Billy Bear das Gefühl, dass die Jungs aneinander vorbeirappen. Die Franzosen fahren ihren harten Battlestyle, während Immo seine verkanteten Wortspiele zum Besten gibt. Passt inhaltlich leider nicht.

Ansonsten bietet sich einem musikalisch ein von Synthie- und Streichersamples geprägter Sound, dem es aber ein wenig an Höhepunkten fehlt. Es gibt kaum etwas, was einen wirklich von Hocker reißt. Solide Tracks von Afrob und Shurik´n, Spax & Double Pact, die Massiven & Freeman/ K. Rhyme Le Roi, Dev Kev & Eldin & Jean Gab1, Ahamada Smis & Def Kev sowie Less Du Neuf & Tefla & Jaleel, halten das Hörvergnügen auf einem akzeptablen Level, auch wenn einige Künstler, beider Länder, textlich etwas mehr hätten reinstecken können. Zum 1000 Mal „ich lebe HipHop“ etc. zu hören, langweilt gewaltig!

Das Highlight ist meiner Meinung nach der von Irfane produzierte Track If a no Jah mit Gentleman, D-Flame und Lord Kosity, von dem sich auch der versteckte Remix hören lassen kann.

Insgesamt hatte ich mir ein wenig mehr versprochen. Einige Produktionen können mich nicht überzeugen, so dass French Connection zwar durchaus gut gewollt, aber nicht immer so gut umgesetzt ist. Vielleicht hätte man sich auf ein oder zwei Produzenten einigen sollen, die die musikalische Linie vorgeben?
Da ist sicherlich noch Potential vorhanden, und dieses ist hoffentlich nur der Beginn von deutsch-französischen Gemeinschaftsproduktionen. Das geht noch mehr!

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here