Gang Starr – The Ownerz

Es ist mal wieder soweit. Angekündigt war es ja schon seit Ende letzten Jahres, den Titel „The Ownerz“ kannte auch schon jeder, der V.Ö.-Termin wurde x-mal nach hinten verschoben – doch nun ist es da, das neue Album von DJ Premier und Guru, Gang Starr!Manch einer wird sagen: „Neu, wieso? Klingt doch wie gewohnt!“

Das ist richtig, aber seien wir doch mal ehrlich! Jeder, der seit Jahr und Tag Fan von Premier und Guru ist, weiß, wie die Crew zu klingen hat – alles andere ist nicht akzeptabel. Sie sollen sich nicht neu erfinden, Hauptsache die Produktionen erfüllen den gewohnten Gang Starr Standard – und der war immer hoch!Zwar gibt es heutzutage viele Produzenten, die Primos Stil kopiert haben, weshalb man manchmal schon etwas genervt ist von der Art dieser Beats, aber hier geht es schließlich um den Originator, um den „Owner“ dieses Stils. Keine Kopie wird das Original übertreffen!Wer Gang Starr nicht mag, wird wohl auch nie ein Fan werden, alle anderen werden sie weiterhin lieben!„The Ownerz“ hat auf jeden Fall alles, was man von einem Gang Starr Album erwarten darf.DJ Premier hinter den Decks mit den wohlportionierten Vokalcuts, Guru mit seinen Street-Poetry-Reimen und den gewohnt sicher geloopten Beats – wie sie selbst sagen: „The Real Shit“, aber lassen wir diesen ausgelutschten Terminus mal außen vor.

Ingesamt 19 Tracks umfasst das neue Werk, inklusive Intro, mit Kritik an der heutigen Szene und Betonung der eigenen Stärke, auf die es ankommt.Und schon geht es los, „Put Up Or Shut Up“, ein klassischer Gangstarr-Track, ein Loop, dicke rollende Drums, Primos Cuts in der Hook, Guru rappt über „getting respect“ und über den ganzen Mist, der von vielen HipHoppern propagiert wird, die man so im TV sieht. Als Gast hat man sich Krumbsnatcha eingeladen.

Das erste Highlight ist meiner Meinung nach „Sabotage“, ein mit etwas über zwei Minuten sehr kurzer Track, aber dafür auch „catchy as hell“ – Gang Starr in Hochform!
“Rise for me now, kneel for me now. Time to pass judgment, can’t feel for you now.Lay in your bed, accept your fate. Try to clean it up, except you’re late.From the streets to the industry, peep the chemistry. It’s GangStarr shit, makin a livin see.We put it on and when it’s war it’s war. Sabotage’ll have me dumpin the four.”Und Guru bleibt “true to the streets”. Auch in “Rite Were You Stand” feat. Jadakiss macht er seinen Standpunkt deutlich:
„ … The whole world wants me nigga, I’m a legend to you. Like LL, Rakim, Ice-T and them niggaz. Like Cube, Snoop and Dre, I’m a be seenin them figures.It don’t matter, you don’t have to be likin me man. Keep playin, you’ll be layin there, right where you stand.”

“Skillz”, die erste Single-Auskopplung, hat ja schon vor Wochen das Fieber entfacht. Ein weiterer hypnotisch groovender Primo-Beat und Gurus Talent am Mic, einfach aber überzeugend: „Skills. It’s the music that the street love. Each thug, is now reppin this with deep love. Skills. Gang Starr duelin again, rulin again. Watch as we do it again.”

Auch „Deadly Habits“ eine langsamere Nummer, mit souligem Sample, sollte die hohen Erwartungen erfüllen können. „Tödliche Angewohnheiten“ ist das Thema, in dem Guru von einigen Problemen berichtet, Depressionen und Rückschlägen, die er verarbeiten musste.Jeder muss mit seinen schlechten Angewohnheiten leben und manchmal eben auf seinen Schutzengel vertrauen.Was folgt ist „Nice Girl, Wrong Place“, ein Song wie „Royalty“ auf dem „Moment Of Truth“ Album, bei dem man sich fragt, warum die Hook eigentlich gesungen wird. Generell hab ich nichts gegen Gesang, auch nicht auf einer Gang Starr LP. Wenn der Gesang langweilig und austauschbar klingt, wie der von einem gewissen Boy Big, dann hätte man sich das auch schenken können.

Die Ähnlichkeit in der Struktur zu „Moment Of Truth“ ist natürlich schon auffällig. Auch Primo bringt hier eine Art zweiten Teil zu seiner Ansage über Leute, die Platten rausbringen mit Tracks, von denen gesamplet wurde. Dieses Mal geht es um die Radiolandschaft in den USA, wo immer nur dieselben Tracks rauf und runter laufen – Primo ruft die DJs dazu auf, sich nicht von den Programmdirektoren diktieren zu lassen, was sie spielen müssen.Musikalisch ist „Peace Of Mine“ nicht der stärkste Track auf dem Album, dafür findet man hier einige der besten Lyrics von Guru: „My sense of self, and my mental health is much more powerfu, than any hint of wealth. A lot of niggaz get cash, and collect Mercedes.But neglect their ladies, and forget their babies. Then the chicks turn and act like dudes cause they reflect our light, so yo act right fool. And this is just a piece of my mind, a thesis of mine,I’m a make moves and I’m a leave you behind at times I feel like my back’s against the walland if y’all ain’t with me, then it’s me against y’all.”

Es folgen Tracks mit M.O.P. und Fat Joe, “Who Got Gunz”, Capture (Militia Pt.3) mit Big Shug und Freddie Foxx, dem melodischen „Playtawin“ und dem von einem Bläserloop getriebenen „Riot Akt“, die die Messlatte von „The Ownerz“ konsequent hochhalten. Um noch mal auf die gewisse Ähnlichkeit zu „Moments…“ zurückzukommen, wir erinnern uns an das Scarface-Feature auf dem Album. Ein sehr gelungener Track und auch ein wenig überraschend, was die Zusammenarbeit dieser zwei MCs betraf. Hier ist nun Stufe zwei in dieser Kategorie, Guru feat. Snoop! Nicht zu vergessen natürlich Uncle Reo, der für den Chorus zuständig ist. Ich denke, dass „In This Life…“ nicht ganz an „Betrayal“ herankommt, was auch daran liegen könnte, dass man das Gefühl nicht los wird, dass Snoop seinen Reim mal eben zwischen Tür und Angel geschrieben hat. Während Guru über die Gesellschaft, den täglichen Struggle und politische Intrigen erzählt, hat man das Gefühl, Snoop freestylet hier ein wenig: „A ‚Gang Starr’ with a gangster, on a mission.World ‘Premier’, limited edition. My mind keeps driftin cause I haven’t had a spliff ina long time, I’m doin fine, I feel teriffic. I bop up the street, C-walk to the beat.It’s cold outdoors, so I got to keep some heat.”
Ist ja nicht schlecht, könnte aber auch zu jedem anderen Track auf dem Album geschrieben worden sein.Nach dem Titeltrack „The Owners“ schüttet Guru noch mal einige Gedanken aus, „Zonin´“, wie er es bezeichnet: I’m down with dis, I founded this. So you should recognize the true authentic sound of this. The golden voice, holdin toys but not playin, Guru and Preem‘, we like the golden boys. The chain and star, I’m angry pah…” Auch hier geht der letzte Track raus an die verstorbenen Freunde und Verwandte.

Trotz aller Ähnlichkeiten haben wir Gang Starr Fans ein Album bekommen, das wir erwarten durften – und das meine ich im positiven Sinne. Echte Primo Beats, ruffe Guru Rhymes, Kopfnickfaktor 10, clubtauglich, boomboxtauglich, zum Zuhören oder einfach nur zum Abfeiern – Gang Starr „The Ownerz“.

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