The Narcicists – Planet Euthanasia

20.04 – Als ich mal wieder mit Spannung darauf wartete, welche Platte sich diesmal in meinem Briefkasten wiederfinden wird, um von mir unter die Lupe genommen zu werden, war ich angenehm überrascht. Ein breites Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, denn „den Namen kennste doch irgendwo her!“ Nach ein bisschen Überlegung, wo mir der Name schon mal untergekommen ist, hab ich dann meinen Rechner angeschmissen und im Forum gesucht. Siehe da, vor ca. einem Jahr hat sich doch tatsächlich Buccy im rap.de-Forum angemeldet, um auf seine schwedische Crew „The Narcs“ aufmerksam zu machen. Schon damals gefiel mir deren Sound, und ich war ein wenig enttäuscht, dass deren Album hier nicht erhältlich gewesen ist. Um so größer die Vorfreude, was mich wohl jetzt erwartet. Schauen wir mal was daraus geworden ist…Zusammen mit weit gereisten Gästen wie Buck 65, der sich bereits einen Namen bei Anticon Records machen konnte, und VG Skillz nehmen uns The Narcs auf eine ca. 60minütige Reise zu ihrem Planeten Euthanasia mit.Der Titeltrack erzählt uns von einer Welt, in der es besser ist, zu sterben als zu leben. Ein Platz, an dem der Teufel viel mächtiger ist als die Kraft der Liebe und wo die Leute sich nicht umeinander kümmern. Dies soll kein Bild unserer Welt sein, wie sie heute ist, sondern eher eine Zukunftsvision – so könnte es vielleicht irgendwann mal aussehen, wenn wir uns nicht die Zeit nehmen, uns umzusehen. „Graffiti Writers“ beschäftigt sich damit, wie die schwedischen Medien mit Sprayern umgehen. Und da die Narcs selber eine enge Verbindung zu Graffiti haben, wie ihre schwedischen Kollegen Looptroop auch, nehmen sie auch hier kein Blatt vor den Mund und nehmen zu diesem heißen Thema Stellung. „3rd Person Night“, ein inhaltlich sehr interessanter Track, handelt von dem Talent, sich selbst zu sehen und seine eigenen Qualitäten erkennen zu können. Ebomb und Bucc knüpfen sich einen Typen vor, von dem sie denken, dass er falsch handelt, sieht und denkt. Doch was den Track so interessant macht, ist die Tatsache, dass sie im Verlauf des Tracks erkennen, dass sie sich selbst beobachtet haben. Einer der partytauglichen Tunes ist eindeutig „A Good day“, wo die Jungs zusammen mit VG Skillz, der auf allen Features hervorragende Arbeit abliefert, über einen nahezu perfekten Tag erzählen. Ebenfalls ein Club-Banger ist „Stockholm“, und dass man auch feiern kann ohne Champagner, Bitches und dem ganzen Bling-Bling-Kram, scheinen die Narcs nicht vergessen zu haben. Solche Themen sucht man vergeblich auf dem Album, und das ist auch gut so…Aber nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch hat „Planet Euthanasia“ einiges zu bieten, so brauchen sich die in Eigenregie entstandenen Beats vor nichts und niemandem verstecken und können locker mit anderen Produktionen mithalten. Auch jenseits des großen Teiches. Und was mich besonders gefreut hat, ist, dass man endlich mal wieder auf einem Rap-Album auch DJ-Cuts zu hören bekommt, denn das scheint mir in letzter Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Aber die vierköpfige Crew hat eben ein Auge für’s detail, was man auch an der Wahl der Samples und Cuts sehen kann. Crate Diggin‘ ist nach Hören des Albums angesagt.Dass Schweden ein wenig mehr zu bieten hat als die Möbelkette für Hobby-Heimwerker, wissen wir schon seit Looptroop und spätestens jetzt. Rap aus dem Herzen, und kein im Sonderangebot gekaufter Ikea-Rap zum selber Zusammenbasteln.Elchtest mit Bravur bestanden!

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