Loon predigt in Neukölln

Und erneut versucht Pierre Vogel, die Glaubwürdigkeit, die Rapper bei Jugendlichen bekanntlich genießen, für seine Zwecke auszunutzen. Der zwielichtige Prediger der vom Verfassungsschutz als radikal eingestuften Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln hat erneut einen ehemaligen Rapper für seine Sache gewinnen können. Nachdem er in der jüngeren Vergangenheit bereits Ex-Rapper Deso Dogg alias Abu Malik für sich werben ließ, hat er nun sogar einen ehemaligen US-Star an der Angel: Loon.

Vom Hustler zum Bad Boy zum Betbruder – so etwa könnte man die Entwicklung von Ex-Rapper Loon zusammenfassen. Der Kumpel von Dauerlächler Ma$e war dereinst, in den fast vergessenen Tagen des Bad-Boy-Weltimperiums, also so um die Jahrtausendwende herum, auf Diddys Label gesignt. Am ehesten rückte er sich einer breiteren Öffentlichkeit durch einen Gastauftritt bei Diddys "I Need A Girl Part 1" und "I Need A Girl 2" ins Bewusstsein. Heute braucht Loon kein Girl mehr. Während eines Aufenthaltes in Dubai konvertierte er 2008 zum Islam und nennt sich seitdem Amir Junaid Muhadith.

Loon gehört, genau wie Pierre Vogel, zur Glaubengemeinschaft der sogenannten Salafisten, die eine extrem wörtliche und strenge Auslegung des Korans predigen und nicht nur Christen und Juden, sondern auch andere muslimische Gemeinschaften wie etwa die Schiiten oder Aleviten als Ungläubige betrachten – und zum Teil auch gewaltsam bekämpfen. Am 9. Speptember soll der ehemalige Bad Boy in besagter Al-Nur-Moschee zu den gläubigen sprechen. Laut dem Berliner Boulevard-Blatt B.Z. beobachtet der Berliner Verfassungsschutz die Veranstaltung argwöhnisch, kann aber rechtlich nicht dagegen vorgehen, da es sich um eine private Veranstaltung in den Räumen der Moschee handelt.

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