Hamburger Rapper wehren sich

Die Unterschicht schlägt zurück! "Keep your Hood Hood" heißt es in dem neuen Track der Hamburger Baris K., Bozza, CosCash, Jay Huttz und Queen Sy. Die fünf haben sich zusammen getan, um ihre Hood vor der stadtweiten Gentrifizierung zu schützen. Mit ihrem Slogan "Keep Your Hood Hood, was soviel bedeutet wie "Halt dein Viertel Ghetto", wollen sie ihr Revier makieren und vor eindringenden Yuppies schützen.

Als Gentrifizierung (deutsch etwa: Veredelung) bezeichnet man im Soziologendeutsch den verstärkten Zuzug besserverdienender Mieter in vormals ärmere Stadteile und die damit einhergehende Verdrängung der ursprünglichen, sozial schwächeren Bewohner.

Das Video seht ihr hier:
 

Die "Keep Your Hood Hood"-Initiative entstand vor vier Jahren, ins Leben gerufen hat sie Produzent Jay Huttz. Er veranstaltete im Jahre 2007 eine spontante Anti-Yuppie-Demo, die mehr als 100 Teilnehmer auf dem Alma-Wartenbergerplatz in Hamburg zuammenbrachte. "Das war eher wie ein Straßenfest. Da haben wir gut einen getrunken und dann auch die Yuppies bepöbelt", erinnert sich Jay schmunzelnd in einem exklusiven Statement gegenüber rap.de. "Ich war einfach genervt, dass Altona, das früher als asozial und kriminell galt, immer teuerer wurde. Wer zuhause ausziehen wollte, musste an den Stadtrand ziehen. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass das, was in Altona passiert, überall in Hamburg und überhaupt überall in der Welt passiert."

So nahm die Bewegung "Keep Your Hood Hood" ihren Anfang. "Zur Hälfte geht es um Musik und zur Hälfte um Politik", betont Jay weiter. "Mit der Musik, die auch nicht explizit politisch sein soll, will ich Jugendliche ansprechen, die sich noch nicht so viel mit dem Thema Gentrifizierung beschäftigt haben. Die Rapper benutzen in ihren Texten auch keine extra politische Sprache, sondern beschreiben den Prozess einfach aus ihrer Sicht." Wer sich hingegen mehr für Hintergründe und weitere Zusammenhänge interessiert, kann sich auf der Facebook-Seite von "Keep Your Hood Hood" informieren. "Da Gentrifizierung ein weltweites Phänomen ist, sehe ich durchaus Potenzial, auch in anderen Städten was zu starten", denkt Jay durchaus global.

Wir von rap.de jedenfalls halten unsere Hood stets Hood. Schließlich sind wir mit den im Song beschriebenen Problemen jeden Tag vor unser eigenen Haustür konfrontiert.

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