Haftbefehl hatte Selbstzweifel nach Tugces Tod

Haftbefehl hat der Tod der Offenbacher Studentin Tugce Albayrak sehr beschäftigt – so sehr, dass er sogar seine eigene Musik in Zweifel gezogen hat. Das erklärt Haft in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Ich kenne ihre Familie. Das macht mich sehr traurig„, so Haftbefehl. „Ich musste lange nachdenken, ob an meiner Kunst irgendwas falsch ist. Ob ich diese Musik so weitermachen kann.

Die Selbstzweifel rührten wohl vor allem daher, dass der mutmaßliche Täter ein Fan von ihm sein soll. „Der Vollidiot, der das Mädchen angegriffen hat, hat ein selbstgeschossenes Foto ins Internet gestellt, auf dem ich zu sehen bin„, so Haftbefehl. Bei dem Bild müsse es sich um einen Schnappschuss gehandelt haben.

Seine Musik sei Kunst, betonte er. Er glorifiziere das Leben im Verbrechen nicht. „Meine Musik ist auch nichts für Kinder, niemand unter 18 sollte mein Album hören.

Tugce Albayrak war vor zwei Wochen von einem junge Mann zu Boden geschlagen worden, nachdem sie zwei Mädchen, die von dem mutmaßlichen Täter und dessen Freunden belästigt worden waren, zu Hilfe gekommen war. Sie fiel ins Koma, am vergangenen Freitag schalteten die Ärzte auf Wunsch der Eltern die lebenserhaltenden Maschinen ab. Im ganzen Land gab und gibt es Trauerbekundungen für die mutige junge Frau, die wegen ihrer Zivilcourage getötet wurde.

 

2 KOMMENTARE

  1. Das sagt alles aus, Haftbefehl und der Totschläger von Tugce auf einem Bild. Junge hast du es immer noch nicht verstanden. Du beeinflusst Junge Menschen. Also fang mal an was zu machen, was der Menschheit dient. Und nicht was, was Zerstört.

    • Nach der Logik aber, müssten wir uns jetzt die Kriminalitätsstatistik anschauen und gucken, ob seit der Veröffentlichung von „Lass die Affen ausm Zoo“ ein rasantes Massenphänomen ausgebrochen ist, Leute zu nieder zu schlagen.

      Ich finde es gehören viele Faktoren dazu, dass man so krass die Fasssung verliert und einen so jungen und wehrlosen Menschen zu Boden schlägt. Und da gehören Musik und Filme eher weiter hinten. Mich würde mehr interessieren, wie die Eltern von dem Jungen so drauf sind und mit sonst was für Leuten er so abhängt, denn DA ist die Realität und da kann man auch nicht einfach auf „Stopp“ drücken und das ganze Ding ist vorbei. Da kann nämlich einem jungen Menschen von Anfang an gezeigt werden, dass es ganz normal ist seine Probleme mit Gewalt zu lösen, weil es vielleicht am schnellsten und einfachsten geht.

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