Harris macht Kinder-Rap

Während Rap immer mehr als zusammengeklumpter Testosteronhaufen wahrgenommen wird, geht einer in die komplett entgegen gesetzte Richtung und macht einfach einen Kinderrap-Sampler.
Harris
, der Mann, über den jeder eigentlich immer nur sagt, "Öff, mit dem würde ich gerne einen saufen!“ sprach in einem Interview mit KinderCampus.de darüber, dass er gemeinsam mit dem Berliner Senat und anderen Rappern einen Sampler für Heranwachsende produziert. Der Sampler soll nicht verkauft werden, sondern Lehrern als "musikalische Lehrhilfe“ dienen. Harris kritisierte Lehrer, die nicht das pädagogische Potential von Rap erkennen würden.

"Lehrer haben große Vorurteile gegenüber Hip Hop. Erzieher allgemein, alles was irgendwie erwachsen ist und sich nicht mit Hip Hop auskennt, hat ein Vorurteil gegenüber Hip Hop.“

Er sagte allerdings auch, dass es auch die Schuld der Rapper sei, wenn diese Musikrichtung als beleidigend und gewaltverherrlichend wahrgenommen wird.

Über seine Jugend in Kreuzberg sagte er, dass Langeweile für Heranwachsende in manchen Bezirken schnell gefährlich werden könne. Er rate deshalb allen Jugendlichen dazu, einen Verein zu besuchen oder Geige zu lernen.

"Ich bin nicht in der besten Gegend aufgewachsen. Ich hatte nicht die Möglichkeiten wie in vielen anderen Gegenden. Langeweile ist gefährlich für Kinder ab 12 Jahren. Kinder, sucht euch auf jeden Fall ein Hobby oder einen Verein, wo ihr Sport machen könnt oder Musik! Geige, Klavier, irgendwas. Macht irgendwas! Ihr werdet es später brauchen! Ich bereue teilweise, dass ich zum Beispiel im Musikunterricht nicht aufgepasst habe.

Außerdem übte er sich in Toleranz gegenüber anderen Jugendkulturen. Er tat dies am Beispiel seiner Tochter, die nicht nur Rap höre.

"Wenn sie ein Gruftie ist dann ist sie ein Gruftie. Und wenn sie auf Hip Hop steht, dann steht sie auf Hip Hop. Das ist mir Latte. Ich hab mal gehört, dass heißt Emo. Ich finde, die sehen alle aus wie Comicfiguren und wenn die das schön finden, dann schön für die. Die hört nicht nur Hip Hop. Da sind auch Sachen dabei, die mir absolut nicht gefallen, aber das ist nicht mein Ding meiner Tochter zu sagen, was sie zu hören hat.“

Neben der Hochachtung, die wir für Jugendarbeit und Toleranz empfinden, verstärkt sich bei uns aber trotzdem noch der Gedanke: "Öff, mit dem würden wir gerne einen saufen gehen!“ Jetzt erst recht.


Das Videointerview findet ihr hier

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