Massiv über Sony-Ende

Als vor einer Woche bekannt wurde, dass Massiv, der große Bruder aus dem Ghetto, von seinem Label Sony gegangen wurde, wurde allerlei Hähme im Netz gespreadet.
Jetzt meldet sich Massiv mit Albumplänen und einem neuen Label zurück. Fight4Music heißt die neue Heimat und der Chef des Berliner Labels, Minor El-Fares zeigte sich hocherfreut über das neue Signing. In einer vom Label verschickten Pressemitteilung heißt es:  "Massiv ist ein sehr talentierter Künstler, an den ich glaube. In Ihm steckt noch sehr viel Potential, dass man unbedingt ausschöpfen muss und genau dafür werde ich sorgen! […] Ich freue mich, dass Massiv bei uns ein neues Zuhause gefunden hat und blicke mit Freude in die Zukunft.

El-Fares sprach desweiteren von einem Video, dass er mit Massiv in New York drehen wolle: "Am 18.09 schicken wir Massiv erstmal mit dem Flieger nach New York. Dort wird er das Video zur ersten Singleauskopplung drehen. Vor-Ort steht ein 14 Mann starkes Team bereit. Wir haben noch sehr viel mit Massiv vor und werden eng mit Ihm zusammenarbeiten.

Etwas weniger diplomatisch äußerte sich der Manager von Massiv, Ashraf Rammo. Er gab sich erleichtert über den Weggang von Massiv von Sony und erklärte in der gleichen Pressemitteilung: "Vergesst nicht woher Massiv kam, nämlich von ganz unten! Ein Mann hat es alleine geschafft, so einen Hype zu entwickeln und aus dem Nichts so berühmt und umstritten zu werden, wie es sich viele Rapper gerne erträumen. Um ehrlich zu sein, bin ich erleichtert, dass wir alles alleine durchziehen. Das Major hat uns eigentlich nichts gebracht, außer geteilte Meinungen. Es gab weder Promotion für’s Album noch TV Auftritte, was eigentlich Gang und Gebe ist.

Den Rest seines Wortschwalls spickte er mit Brecht-Zitaten und gab bekannt, dass die Bewegung Al-Massiva noch nicht am Ende sei: "Wir kämpfen weiter. […] Keiner außer Gott kann uns aufhalten! Scheiß auf die Hater! […] Seid stolz drauf, dass Al Massiva kein Label ist, was reich an Verrätern und Heuchelei ist. Wir halten alle zusammen. […] Zurück kommen wir, das verspreche ich euch, stärker wie bei diesen Trotteln vom Major […] Scheiß auf das System!
 
Massiv selbst äußerte sich optimistisch und kämpferisch. Er gibt bekannt, dass am 6. November, sein neues Album, mit dem etwas sperrigen Namen "Der Ghettotraum in Handarbeit“ erscheinen wird und erklärt: "Ich freue mich auf die Herausforderung, die auf mich zu kommt. [..] Wie ich schon immer gesagt habe, hat mich keiner groß gemacht. Ich habe mich selbst erfunden und mir schon immer alles aus eigener Kraft geschaffen."

Mark Löscher von FOUR-Music hingegen äußerte sich nach wie vor sehr wohlwollend über seinen ehemaligen Künstler. Er erzählte, dass man sich mit Massiv und dessen Management hingesetzt und erkannt habe, dass man in Zukunft wohl getrennt erfolgreicher arbeiten würde.
"Massiv hat in letzter Zeit sowieso sehr viel in Eigenregie gemacht und deshalb, machte es dann mehr Sinn, sich zu trennen", erklärte der Geschäftsführer des Berliner Labels.

Auf die Frage, ob die schlechten Verkaufszahlen der letzten Massiv Alben etwas mit der Trennung zu tun haben könnten, antwortete er mit einem entschiedenen "Nein", fügte aber hinzu, dass man immer mehr verkaufen könne. "Wenn man 50.000 verkauft, dann will man 100.000 verkaufen und wenn man 100.000 verkauft, dann will man 500.000 verkaufen. Zufrieden ist man nie! Das wäre aber auch schlimm, wenn man zufrieden ist."

Für FOUR sei das Experiment Hip Hop aus Deutschland trotz allem nicht gescheitert, allerdings werde man sich in Zukunft doch wieder mehr der Kernkompetenz des ehemaligen Stuttgarter Labels zuwenden, wobei diese nun mal nicht im Gangsterrapbereich liege. Dieses Genre werde, so Löscher abschließend, schon seit Jahren von anderen Labels viel besser bearbeitet und deshalb verspüre man da auch keine Notwendigkeit, sich auf diesem Geschäftsfeld zu messen.
 

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