Eminem und Tupac in Folterhitparade

Dass Musik zu Folterzwecken geeignet ist, dürfte manchen von uns spätestens seit dem letzten Urlaub in Llorett de Mar klar sein.
Dass sich aber auch professionelle Folterer bestimmter Werke bedienen, um ihre Gefangenen weichzukochen, diese Meldung wurde gestern von der britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve veröffenlticht.

Reprive setzt sich weltweit für die Belange von Gefangenen ein und veröffentlichte nun eine Liste mit Songs, die zu Folterzwecken missbraucht werden.

So setzt man in Guantanamo Bay anscheinend mit Vorliebe "Enter Sandman" von Metallica ein, in ohrenbetäubender  Lautstärke, um das Nervenkostüm der Häftlinge zu zerrütten.
Aber eben auch Eminem mit "White America“ und Tupac mit "All Eyez On Me“ finden Verwendung.
Leider wurde nicht mitgeteilt, ob die Titel in irgendeinem Bezug zum gewünschten Verhörergebnis oder einem eventuellen Tatvorwurf stehen, aber anscheinend werden auch so sinnige Titel wie "Stayin‘ Alive" von den Bee Gees eingesetzt.

Der Einsatz extrem lauter Musik ist zwar sowohl von den Vereinten Nationen und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verboten, wird aber laut Amnesty International in Afghanistan, im Irak und in Guantanamo nach wie vor eingesetzt.

Laut einer Zeugenaussage des Häftlings Binyam Mohamed, der in Guantanamo inhaftiert war,  zieht Musikfolter durchaus ernsthafte Folgen nach sich und ist nicht weniger harmlos als körperliche Misshandlungen. So äußerte er sich gegenüber Reprieve: "Sie hängten mich auf, am nächsten Tag durfte ich nur wenige Stunden schlafen. Dann wurde ich wieder aufgehängt, diesmal zwei Tage lang. Mein Füße waren angeschwollen, meine Hände und Gelenke taub … Es gab laute Musik. 20 Tage lang [Eminems] "Slim Shady" und Dr. Dre … Die CIA bearbeitete uns Tag und Nacht … Viele verloren den Verstand. Ich konnte hören, wie Leute ihre Köpfe gegen die Wände und Türen schlugen und dabei lauthals schrien."

Reprieve
und andere Menschenrechtsorganisationen gründeten die Initative www.zerodb.org ins Leben gerufen, um mit stillem Protest die Abschaffung dieser Folterpraxis zu forcieren.

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